Letztes Update am Do, 08.06.2017 14:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


6B47-Mega-Kapitalerhöhung bringt wohl geänderte Mehrheitsverhältnisse



Wien (APA) - Zur Finanzierung seines weiteren Wachstums plant der Wiener Immo-Entwickler 6B47 eine Mega-Kapitalerhöhung, die mit einem frischen Geld von 60 bis 80 Mio. Euro auf eine Kapitalverdoppelung hinausläuft.

Da die bisherigen Aktionäre die Aufstockung allein nicht stemmen können, werden in einem strukturierten Prozess mit Lazard bis Herbst Finanzinvestoren gesucht, wodurch es auch zu Verschiebungen in den Eigentumsverhältnissen kommen kann, wie CEO Peter Ulm zur APA sagte.

Die Strategie wolle 6B47 jedoch trotz der substanziellen Kapitalerhöhung unverändert fortführen - mit Fokus auf dem Immobilienmarkt Deutschland und Österreich -, betonte Ulm: „Unsere DNA bleibt gleich.“ Mit dem neuen Geld wolle man die reichhaltig gefüllte Projektpipeline von mehr als 300.000 Quadratmetern wie vorgesehen umsetzen. Zuletzt hat die Gruppe weitere Liegenschaften in Berlin, München und in Wien erworben.

Auch am Zusammenspiel der 6B47-Aktiengesellschaft und der Investoren des 6B47 Real Estate Club solle sich nichts ändern, so Ulm: „Der Investors Club bleibt, er ist eines unserer großen Assets.“ Über den Club hat eine dreistellige Zahl von interessierten Privatinvestoren bisher rund 180 Mio. Euro in Projekte der 6B47 investiert. Mithilfe dieser privaten Gelder sei ein Portfolio von fast 1,5 Mrd. Euro aufgebaut worden. Zuletzt winkten diesen Investoren mehr als 10 Prozent Rendite pro Jahr.

Bis Oktober soll die Kapitalerhöhung stehen. Mandatiert mit der Suche nach Finanzinvestoren ist die Investmentbank Lazard in Frankfurt am Main. Durch das frische Geld würden die Anteile der bisherigen 22 Aktionäre, falls diese nicht zumindest teils mitziehen, auf die Hälfte verwässert. Derzeit halten die größten Anteile an der 6B47 Real Estate Investors AG - je 25,77 Prozent - Erwin Krause (über die EBK) und die Solitaire Privatstiftung von Martin Huber und seiner Frau Barbara Huber-Lipp, die nächstkleineren Aktionäre liegen unter 7 bzw. unter 6 Prozent.

Es sei auch möglich, dass der eine oder andere Anteilseigner die 6B47 wegen der Kapitalerhöhung verlässt, so Ulm. Ohne das frische Geld würde 6B47 langsamer wachsen und könnte die vorhandenen Expansionschancen vor allem am deutschen Immobilienmarkt nur eingeschränkt nutzen, gibt der CEO zu bedenken.




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