Letztes Update am Do, 08.06.2017 12:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mehr Bahnzwischenfälle im Vorjahr - Rückgang bei Schifffahrtsunfällen



Wien (APA) - 2.057 Bahnzwischenfälle sind im Vorjahr an die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) gemeldet worden. Das ist ein Plus von rund fünf Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. Die Zahl der Unfälle - mit Sach- oder Personenschäden - stieg dabei um ein Prozent auf 1.191. Bei Schiff- und Luftfahrtsunfällen gab es Rückgänge. Die ebenfalls von der SUB erfassten Seilbahnunfälle stiegen leicht an.

Beim Schienenverkehr gab es insbesondere bei den sogenannten Störungen - ohne Sach- oder Personenschäden - „eine steigende Tendenz“, geht aus dem am Mittwoch auf der Internetseite des Parlaments veröffentlichten Sicherheitsbericht 2016 der SUB hervor. Zunahmen wurden vor allem bei den Störungsarten „Unerlaubtes Überfahren haltzeigender Signale durch Verschub- bzw. Nebenfahrten“, „Fahren ohne Auftrag bzw. Fahrerlaubnis“ und bei „Unerlaubtem Betreten von Bahnanlagen“ festgestellt.

570 Kollisionen mit anderen Schienenfahrzeugen oder Hindernissen im oder am Gleis wurden im Vorjahr gemeldet. Zwei solcher Unfälle betrafen auch die Wiener U-Bahn. Die 125 Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen wurden extra erfasst. Entgleisungen gab es 110, die meisten davon bei Verschub- oder Nebenfahrten. Bei den verzeichneten Störungen wurden beispielsweise 115 Signale unerlaubt überfahren, zehn Schienenfahrzeuge wurden unerlaubt in besetzte Gleisabschnitte eingelassen und 41 Mal waren Eisenbahnkreuzungen nicht gesichert.

„Wir sehen einen leichten Anstieg bei den Unfällen auf der Schiene. Das können wir nicht hinnehmen“, sagte Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) dem „Kurier“ (Donnerstagausgabe). Ein Punkt in dem Bericht seien „Fehler, die auf den ersten Blick beim Zugpersonal passieren“. Eine Studie soll laut der Tageszeitung die genauen Ursachen klären.

Bei den Unfällen mit Sach- oder Personenschäden in der Zivilluftfahrt gab es zwar einen deutlichen Rückgang von 76 auf 43, die Zahl der gemeldeten Störungen stieg jedoch stark von 1.112 auf 2.038 an. Das ist laut SUB allerdings vor allem auf die „konsequente Anwendung der Bestimmungen“ einer entsprechenden EU-Verordnung zur Meldeverpflichtung zurückzuführen.

Die Schifffahrtsunfälle gingen im Jahresvergleich von 28 auf zwölf zurück. Die an die SUB gemeldeten Störungen in der Schifffahrt blieben mit 34 annähernd gleich. Die Seilbahnzwischenfälle stiegen von 13 auf 17 an, dabei gab es in 13 Fällen Sach- oder Personenschäden. Das Plus ist laut Sicherheitsbericht auf „eine vermehrte Anzahl von Arbeitsunfällen und auf Verletzungen von Personen vor, nach bzw. während der Benützung der Seilbahnanlage zurückzuführen“.

(S E R V I C E - Der Sicherheitsbericht auf der Internetseite des Parlaments: http://go.apa.at/Hmg12G9g)




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