Letztes Update am Do, 08.06.2017 16:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Terror in London: Behörden wiesen Kritik an Ermittlern zurück



London (APA/dpa) - Nach den Terroranschlägen in Manchester und London sind weitere Verdächtige festgenommen worden. Doch die britischen Ermittler geraten zunehmend wegen möglicher Fehler ins Kreuzfeuer der Kritik.

Britische Behörden wiesen Vorwürfe aus Italien zurück, sie hätten von den terroristischen Motiven des Londoner Attentäters Youssef Zaghba gewusst. Der italienische Eintrag im sogenannten Schengen-Informations-System (SIS) habe keinen Hinweis auf die Absichten des 22 Jahre alten Zaghba enthalten, teilten Behördenkreise der britischen „Times“ (Donnerstag-Ausgabe) mit.

Zuvor war bekannt geworden, dass Zaghba, ein Italiener marokkanischer Herkunft, im März 2016 auf dem Flughafen von Bologna festgenommen worden war. Die italienischen Behörden hätten aber nicht genügend Beweise gehabt, um ihn wegen Terrorismus belangen zu können, sagte der italienische Staatsanwalt Giuseppe Amato dem Radiosender Radio 24. So soll er dem kontrollierenden Beamten zunächst gesagt haben, er wolle Terrorist werden, er habe sich dann aber korrigiert. Zaghba wurde anschließend wieder freigelassen.

Berichten zufolge sollen alle drei Londoner Attentäter den Behörden bekannt gewesen sein. Die Terroristen hatten am Samstagabend auf der London Bridge und am nahen Borough Market mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt.

Einer der beim Einsatz verletzten Polizisten dankte der Öffentlichkeit für ihre Unterstützung. „Ich habe nur meine Arbeit getan“, sagte der Beamte, der anonym bleiben wollte, am Donnerstag. Nur mit seinem Schlagstock bewaffnet hatte sich der Polizist den Terroristen entgegenstellt und war dabei verwundet worden.

Unterdessen nahmen Ermittler in Manchester und London weitere Verdächtige fest. Drei Männer wurden in Verbindung mit dem Anschlag auf der London Bridge im östlichen Stadtteil Ilford festgenommen. Kurz zuvor hatte die Polizei in Manchester über die Festnahme eines 20-Jährigen informiert. Der Mann habe sich im Zusammenhang mit dem Anschlag vom 22. Mai selbst den Behörden gestellt, hieß es.

In Manchester hatte ein Selbstmordattentäter vor zwei Wochen nach einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen mit einer Bombe in den Tod gerissen.




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