Letztes Update am Do, 08.06.2017 16:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Begehrte „Bullen“ Laimer und Lazaro auf ÖFB-Team fokussiert



Wien (APA) - Konrad Laimer hat aufregende Monate hinter sich. Der erneute Double-Gewinn mit Salzburg, die Auszeichnung als bester Bundesliga-Spieler der Saison und die erste Einberufung ins Fußball-Nationalteam. Ein Transfer zu RB Leipzig steht bevor, Laimer schiebt seine Zukunft im Moment aber beiseite. Wie bei seinem Clubkollegen Valentino Lazaro gilt die volle Konzentration dem ÖFB-Team.

Laimer ist derzeit kaum zu bremsen - auf dem Platz nicht, und auch nicht, wenn er über seine Emotionen spricht. „Seit ich ein kleiner Bub bin, ist es ein Traum, hier dabei zu sein“, sagte der 20-Jährige am Donnerstag bei seinem ersten Medientermin als A-Nationalspieler. Davor zählte der Mittelfeldmann bereits in Österreichs U21 zum Stammpersonal.

In den vergangenen Monaten ist Laimer aber so richtig durchgestartet. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, was in der Zeit alles passiert ist“, erklärte der Salzburger. Zu schnell geht ihm sein eigener Aufstieg nicht. „Für mich ist es gut, dass es schnell geht, dann denke ich nicht so viel darüber nach.“ Er genieße derzeit jeden Moment. „So etwas hat man nicht oft im Leben.“

In seiner aktuellen Verfassung ist nicht einmal ein Einsatz im so wichtigen WM-Qualifikationsspiel am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) in Irland ausgeschlossen. Laimer gibt sich aber keinen Illusionen hin: „Ich bin das erste Mal dabei. Ich will im Training Gas geben.“ Das tut er. Die Energiereserven des Dauerläufers aus dem Salzkammergut scheinen nicht enden wollend. „Ich bin in guter Form. Ich habe viele Spiele gehabt, das hilft mir auch.“

Mit seinen Kollegen hat er bewiesen, dass man es auch aus der heimischen Bundesliga ins Nationalteam schaffen kann. Nun wartet der Sprung ins Ausland. Der Wechsel nach Leipzig befindet sich aber immer noch in der Schwebe. Für Laimer ist das kein Problem. Er will sich vorerst gar nicht damit befassen. „Es ist keine gewöhnliche Sache, dass ich hier dabei sein kann“, sagte der Neuling über das ÖFB-Team. „Es ist auch für mich das Wichtigste, dass ich nicht woanders bin mit dem Kopf.“

Das Gleiche gilt für Lazaro, der ebenfalls Begehrlichkeiten geweckt haben soll. Davon will er im Moment aber nichts hören, habe er seinem Berater mitgeteilt. Bei Salzburg-Spielern ist Leipzig oft die erste Transfer-Option, für Lazaro aber nicht die einzige: „Das ist schon ein richtiger Reflex, vor allem von den Medien und der Öffentlichkeit. Natürlich kann ich mir etwas anderes auch vorstellen. Es gibt ja nicht nur Leipzig.“

Die Entscheidung über seine Zukunft - Lazaro hat in Salzburg bis 2019 Vertrag - soll erst nach dem Urlaub fallen. „Bereit würde ich mich schon fühlen“, sagte der 21-Jährige über einen möglichen Auslandstransfer. Mit Salzburg hat er bereits viermal das Double gewonnen. „Die vergangene Saison war für mich sehr wichtig, sehr gut.“

Im Sommer könnte der nächste Schritt folgen. „Ich denke jetzt aber ans Nationalteam, weil es ein sehr wichtiges Spiel ist“, betonte Lazaro. „Deswegen wäre es falsch, da jetzt mit irgendwelchen Transfergeschichten den Kopf voll zu belasten.“ Zumal er, sofern sein seit dem Cupfinale bedienter Knöchel das zulässt, in Dublin beginnen dürfte.

Teamchef Marcel Koller hat Lazaro zum Außenverteidiger umfunktioniert. „Ich fühle mich in der Rolle auch wohl“, versicherte der Allrounder. „Ich denke, dass ich mich defensiv steigern konnte.“ Gelingt es, den Iren das eigene Spiel aufzuzwingen, kann sich der Grazer in seinem achten Länderspiel auch verstärkt nach vorne einschalten und damit seine Stärken am Ball ausspielen.

Ob Dreier- oder Viererkette, Lazaro scheint auf dem rechten Flügel gesetzt. Dreimal in Folge kam er dort zuletzt von Beginn an zum Einsatz. „Wir haben verschiedene Variationen trainiert“, sagte Lazaro über den ÖFB-Aufstellungspoker. Bei einer Dreierkette hätte er hinter sich einen Mann mehr zur Absicherung. „Nichtsdestotrotz muss ich in der Defensive meine Position finden.“




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