Letztes Update am Do, 08.06.2017 16:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Islamistenprozess um beabsichtigtes Blutbad in Düsseldorf ab 5. Juli



Düsseldorf (APA/AFP) - Wegen der Planung eines Blutbads in der Düsseldorfer Altstadt müssen sich vom 5. Juli an drei mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten. Laut Bundesanwaltschaft sollen die Angeklagten Saleh A., Hamza C. und Mahood B. Selbstmordattentate und die Erschießung von Passanten geplant haben, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte.

Laut Anklage sollten nach den Plänen der 2015 nach Deutschland eingereisten Syrer zunächst zwei Selbstmordattentäter in der Düsseldorfer Altstadt Sprengwesten zünden. Anschließend sollten demnach weitere Attentäter an den Ausgängen der Altstadt möglichst viele Passanten mit Schnellfeuergewehren erschießen. Den Auftrag für den Anschlag soll der Angeklagte A. bereits Anfang 2014 von führenden IS-Mitgliedern im syrischen Raqqa (Rakka) erhalten haben.

Laut Bundesanwaltschaft sollen A. und C. zur Finanzierung des Anschlags geplant haben, dem Vatikan ein Video mit einem Lebenszeichen eines vom IS in Syrien entführten Priesters zu verkaufen. Zu diesem Zweck sollen beide Ende Jänner 2016 von Düsseldorf nach Paris gereist sein, um sich dort Geld für ihre Weiterreise nach Rom zu verschaffen.

Am 1. Februar 2016 stellte sich A. dann jedoch den französischen Behörden und offenbarte die Anschlagsplanungen. Er wurde festgenommen und am 29. September vergangenen Jahres nach Deutschland überstellt. C. und B. wurden am 2. Juni 2016 festgenommen. Für den Prozess im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Gerichts beraumte der Staatsschutzsenat zunächst 36 Verhandlungstage bis Ende Dezember an.




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