Letztes Update am Do, 08.06.2017 18:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt mit Verlusten



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel vor allem wegen Nestle mit klaren Abgaben beschlossen. Die Anleger hätten sich mit Blick auf das Trio Donald Trump, Theresa May und Mario Draghi zurückgehalten, hieß es im Handel. Sie scheuten vor möglicherweise marktbewegenden Ereignissen eine klare Positionierung.

Den Anfang machte EZB-Chef Draghi. Die Euro-Notenbank bleibt auf dem derzeitigen tiefen Zinsniveau, dass auch auf längere Zeit unverändert bleiben soll. Solange die Inflationsdynamik schwach bleibt, werden keine Gründe für einen Kurswechsel gesehen. Die Neuigkeiten um die EZB-Entscheidung ließen zumindest die anfänglich nur wenig veränderten Kurse klarer in die Negativzone abrutschen.

Die Anhörung des jüngst entlassenen FBI-Chefs James Comey in der Russland-Affäre könnte unterdessen den Druck auf US-Präsident Trump erhöhen, sie war bei Börsenschluss noch im Gang. Ob es der innenpolitisch unter Druck stehenden britischen Premierministerin May gelingt bei der Parlamentswahl ihre Mehrheit auszubauen, werden die Ergebnisse erst am Freitagmorgen zeigen. Ihr Ziel ist es, sich ein starkes Mandat für die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen zu sichern.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,73 Prozent tiefer bei 8.811,62 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,51 Prozent auf 1.394,51 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,68 Prozent auf 10.054,96 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 24 im Minus, fünf im Plus und einer (Zurich) unverändert.

Insbesondere die schwergewichtigen Nestlé (-2,2 Prozent) hielten den SMI erheblich zurück. Am unteren Ende der Kursliste im SMI/SLI standen zum Handelsschluss zudem Swatch (-2,2 Prozent), Lindt&Sprüngli (-1,5 Prozent), Schindler (-1,3 Prozent) und Clariant (-1,0 Prozent).

Roche (-0,4 Prozent) konnten Aufschläge aus dem Vormittagshandel nicht verteidigen und gaben zum Handelsschluss ebenfalls etwas ab. Die Anteilsscheine hatten bereits an den Vortagen klare Rückschläge gezeigt. Nach enttäuschenden Studiendaten zu einer Kombinationstherapie der Brustkrebsmedikamente Perjeta und Herceptin hatten die Titel binnen zwei Tagen mehr als 6 Prozent eingebüßt.

Bei Novartis (-0,1 Prozent) verpufften positive Studiendaten zum Produktkandidaten CTL019 in der Behandlung von Blutkrebs. Der Pharmakonzern bezeichnet die Ergebnisse in dieser frühen Analyse als „beeindruckend“. Bei CTL handelt es sich um eine sogenannte Car-T-Zellentherapie.

Bei den Bank- und Assekuranzwerten überwogen ab dem Nachmittag ebenfalls die roten Vorzeichen. So schlossen UBS (-0,8 Prozent), Swiss Life und Swiss Re (je -0,3 Prozent) im Minus, während Julius Bär 0,3 Prozent hinzugewannen. Ein positives Votum gab es von Goldman Sachs für Zurich (unverändert). Nach einer hauseigenen Branchenkonferenz werden die Titel auf der „Conviction Buy List“ mit einem Kursziel von 335 Franken belassen. Für Swiss Re hat Goldman Sachs nach der gleichen Veranstaltung das Rating auf „Buy“ und das Kursziel bei 99 Franken belassen.

Die Credit Suisse (Aktie: -0,3 Prozent) hat ihre zweite milliardenschwere Kapitalerhöhung in nur eineinhalb Jahren unter Dach und Fach gebracht. 99,2 Prozent der Bezugsrechte seien ausgeübt worden, teilte die Großbank am Mittwochabend mit. Die restlichen Aktien verkauft die Credit Suisse voraussichtlich über die Börse.

Spürbar fester gingen Adecco mit einem Aufschlag von 1,2 Prozent aus dem Handel. Der Personaldienstleister profitiert laut Marktbeobachtern von neuen Konjunkturdaten: Die Wirtschaft der Eurozone hat überraschend stark an Fahrt gewonnen. Aryzta (+0,8 Prozent), LafargeHolcim (+0,5 Prozent) und ABB (+0,4 Prozent) vervollständigten die kurze Gewinnerliste.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA578 2017-06-08/18:37




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