Letztes Update am Do, 08.06.2017 16:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Katars Außenminister verbittet sich Einmischung in Außenpolitik



Doha/New York (APA/AFP/dpa) - Kurz vor seinem Besuch in Deutschland hat sich der katarische Außenminister Mohammad Abdulrahman al-Thani jegliche Einmischung in die Außenpolitik seines Landes verbeten. Sein Land werde dem diplomatischen Druck standhalten, sagte er am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Katar könne trotz der von Saudi-Arabien und anderen Staaten der Region verhängten Strafmaßnahmen „ewig“ überleben.

Al-Thani sagte zugleich, für die gegenwärtige Krise auf der Arabischen Halbinsel gebe es „keine militärische Lösung“. Sein Land werde weiterhin alle internationalen Verpflichtungen erfüllen und werde auch weiterhin Erdgas an die Vereinigten Arabischen Emirate liefern, die sich den Sanktionen angeschlossen hatten.

Der Staatsminister der Vereinigten Arabischen Emirate für Auswärtige Angelegenheiten, Anwar Gargash, hatte AFP am Mittwoch gesagt, bei den Maßnahmen gegen Katar gehe es nicht um einen „Regimewechsel“, sondern um eine „Änderung der Politik“. Zugleich warf Gargash dem Nachbarland Katar vor, Hauptförderer von Extremismus und Terrorismus in der Region zu sein.

Indes rief auch UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zu einer Einigung in der Katar-Krise auf. Guterres verfolge die Situation in den arabischen Golfstaaten mit „großer Besorgnis“, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric am Donnerstag in New York. „Er ruft die Länder in der Region auf, Spannungen zu vermeiden und anstelle dessen darauf hinzuarbeiten, dass die Unstimmigkeiten überwunden werden.“ Guterres fordere, dass „diplomatische Mittel“ eingesetzt würden und biete dabei seine Unterstützung an, sagte der Sprecher weiter. Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und andere arabische Staaten hatten am Montag alle Beziehungen zu Katar abgebrochen.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten die diplomatischen Beziehungen zu Katar am Montag überraschend abgebrochen. Katarische Bürger müssen diese Länder binnen 14 Tagen verlassen. Außerdem stellten die Länder den Flugverkehr von und nach Katar ein. Saudi-Arabien schloss auch Katars einzige Landgrenze.

Hintergrund sind Vorwürfe an Katar, das Land unterstütze Terroristen. Eine Rolle spielt allerdings offensichtlich auch das relativ gute Verhältnis Katars zu Iran. Der katarische Außenminister trifft am Freitagvormittag mit dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel zusammen.




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