Letztes Update am Do, 08.06.2017 19:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ausschuss listet Behörden-Versagen bei Anschlägen in Brüssel 2016 auf



Brüssel (APA/AFP) - Der nach den Anschlägen in Brüssel vom März 2016 eingesetzte Parlamentarische Untersuchungsausschuss hat ein Versagen der belgischen Behörden angeprangert. Vor allem mangelnder Informationsaustausch untereinander sei das Problem, heißt es in einem jetzt öffentlich gewordenen Bericht des Ausschusses.

Dies gelte sowohl für Brüssel selbst mit seinen sechs Polizeizonen als auch für die Bundes- und örtlichen Ebenen. Ein besserer Austausch zwischen Polizei und Geheimdiensten sei unabdingbar.

Auch die beiden Attentäter, die sich am 22. März auf dem Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahnstation in die Luft gesprengt hatten, seien im Vorhinein nicht genau genug beobachtet worden, resümieren die Parlamentarier.

Die Türkei hatte Belgien nach eigenen Angaben vor einem der späteren Attentäter gewarnt. Der Ausschuss schlug vor, künftig Verbindungsleute in den belgischen Botschaften in Ländern wie der Türkei zu stationieren.

Zudem warfen die Parlamentarier den Sicherheitskräften vor, zu geringe Kenntnisse über radikale Kreise und deren Vorgehen in sozialen Netzwerken zu haben. Auch mit Beweisen oder möglichen Beweisen müsse verantwortungsvoller umgegangen werden.

So war ein Handy des aus Belgien stammenden Paris-Attentäters Brahim Abdeslam Monate vor den Anschlägen in der französischen Hauptstadt vom November 2015 beschlagnahmt worden. Das Gerät war dann aber vergessen und erst ein Jahr später auf einer Brüsseler Polizeiwache unter einem Stapel Papiere wiederentdeckt worden.

Bei den Anschlägen in Brüssel waren 32 Menschen getötet worden, mehr als 320 weitere wurden verletzt. Zu den Taten bekannte sich die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die Taten werden der selben Terrorzelle zugeschrieben, die am 13. November 2015 in Paris 130 Menschen getötet hatte.




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