Letztes Update am Fr, 09.06.2017 06:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


17 Zivilisten bei Luftangriffen der Anti-IS-Allianz in Raqqa getötet



Beirut (APA/AFP) - Bei Luftangriffen der US-geführten Militärkoalition auf die syrische Jihadisten-Hochburg Raqqa sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 17 Zivilisten getötet worden. Es seien weitere Tote zu befürchten, da es zahlreiche Verletzte gebe, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Das kurdisch-arabische Bündnis SDF setzte derweil seine Großoffensive auf Raqqa fort und traf dabei auf heftige Gegenwehr von Kämpfern der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS).

Bei den Luftangriffen in der Nacht auf Freitag sei unter anderem ein Internetcafe im westlichen Vorort Jazra getroffen worden, erklärte die Beobachtungsstelle. Die Aktivisten stützen sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. Bereits am Montag hatte die Beobachtungsstelle gemeldet, dass bei Luftangriffen der internationalen Militärkoalition auf Raqqa 21 Zivilisten getötet worden seien.

Die SDF-Einheiten setzten unterdessen ihren Einmarsch in die IS-Hochburg Raqqa fort. „Unsere Truppen rücken auf Meshlab vor, sie kontrollieren Teile des Viertels“, sagte ein Sprecher der Bündnisses am Donnerstag. Die Einheiten lieferten sich schwere Gefechte mit IS-Kämpfern. Auch am westlichen Stadtrand dauerten die Kämpfe nach Angaben der Beobachtungsstelle an.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Die SDF-Kämpfer hatten am Dienstag mit der Unterstützung der USA eine Großoffensive zur Rückeroberung Raqqas gestartet. Sie drangen nach einem siebenmonatigen Vormarsch in die Stadt ein. Dabei werden sie von Luftangriffen der internationalen Anti-IS-Koalition unterstützt. Nach Angaben der US-Regierung flogen Kampfjets der Allianz alleine am Mittwoch 22 Angriffe auf IS-Stellungen in Raqqa.

Nach Angaben von Pentagon-Sprecher Eric Pahon sind „Hunderte“ US-Soldaten als Militärberater an der Offensive beteiligt. Es werde vermutet, dass sich noch bis zu 2.500 IS-Kämpfer in Raqqa aufhalten. Laut der Anti-IS-Koalition flohen bereits knapp 200.000 Menschen aus Raqqa. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge befinden sich noch immer 160.000 Zivilisten in der Stadt.




Kommentieren