Letztes Update am Fr, 09.06.2017 08:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Festival Mitte Europa ohne Zukunft



Mißlareuth (APA/dpa) - Mit kleinen, aber feinen Konzerten bereicherte einst das grenzüberschreitende Kulturfestival Mitte Europa den ländlichen Raum. 25 Jahre nach der Gründung kam die Insolvenz. Ein Jahr danach steht fest, dass es kein Jubiläum mehr geben wird.

Das Festival Mitte Europa im Dreiländereck von Bayern, Sachsen und Böhmen ist endgültig Geschichte. Ein Jahr nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens sieht der Insolvenzverwalter keine Zukunft für die Konzertreihe in der Grenzregion. „Es gab zunächst Überlegungen, das Ganze fortzuführen. Aber soweit ich weiß, ist daraus nichts geworden“, sagte Christian Heintze der Deutschen Presse-Agentur.

Das Kulturfestival war 1992 von Sänger Thomas Thomaschke und dessen Frau ins Leben gerufen worden. Der de facto lange Zeit als Familienbetrieb geführten Veranstaltungsreihe gelang es immer wieder, ungewöhnliche Spielstätten ins Rampenlicht zu rücken und Stars in die Provinz zu holen. So war etwa der Geiger Yehudi Menuhin (1916-1999) über Jahre Stammgast.

Die Finanzierung war nach Einschätzung des Insolvenzverwalters allerdings viel zu eng gestrickt. „Es ist nicht gelungen, von den öffentlichen Zuschüssen wegzukommen“, sagte Heintze. Rund 80 Prozent der Gelder seien aus öffentlicher Hand geflossen; Hauptgeldgeber waren demnach Sachsen und Bayern. Aufgrund steigender Kosten hätte man die Budgetüberschreitungen mit diesen Zuwendungen schließlich nicht mehr auffangen können.




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