Letztes Update am Fr, 09.06.2017 10:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis: Bresnik glaubt auch an stärkeren Thiem in Rasen-Saison



Paris (APA) - Auf seinem Lieblingsbelag hat Dominic Thiem nun zum zweiten Mal in Folge das Semifinale der French Open erreicht und auch sonst schon viele Punkte in diesem Jahr eingeheimst. Doch unmittelbar nach Paris beginnt die Rasen-Saison. Spätestens seit seinem Titel in Stuttgart vor einem Jahr weiß die Tennis-Welt, dass mit dem 23-jährigen Niederösterreicher auch auf dem Grün zu rechnen ist.

Vor einem Jahr ist Thiem von Paris direkt nach Stuttgart weiter gereist, kämpfte sich ins Halbfinale und schlug in diesem Rasen-König Roger Federer. „Ich wusste nicht, dass ich auf Rasen so gut Tennis spielen kann“, wunderte sich Thiem damals und holte am 13. Juni auch den ersten Titel eines Österreichers auf diesem Belag.

„Ich glaube trotzdem, dass es letztes Jahr ein Fehler war, Stuttgart zu spielen. Das war für mich ein klassischer Pyrrhus-Sieg. Das Turnier hat er gewonnen, danach hat er eigentlich fast bis zum Saisonende schlecht gespielt“, erinnerte sich Bresnik in Paris an das Vorjahr. Nach einem derartigen emotionalen Höhepunkt wie Paris wäre eine Pause besser gewesen. Darum ist Stuttgart dieses Jahr nicht eingeplant. Vor Wimbledon (3. bis 16.7.) spielt Thiem in Halle (ab 19.6.) und in der Woche darauf das neue Gras-Turnier in Antalya.

Von Thiem kann man jedenfalls bei seinem vierten Auftritt im „Tennis-Mekka“ mehr erwarten als in den ersten drei (2014/1. Runde, 2015 und 2016 je 2. Runde). Der achtfache Turniersieger hat sich seit dem Vorjahr spielerisch und auch von seiner Technik klar gesteigert. „Er variiert auch viel besser und hat mittlerweile einen sehr guten Slice-Aufschlag. Das ist auf Rasen auch wichtig“, sagte Bresnik. Zudem ist Thiem von der durchschnittlichen Aufschlag-Geschwindigkeit her schon seit einiger Zeit immer unter den Besten. Die Gabe, den Return nun besser blocken zu können („mit der Rückhand fast besser als mit der Vorhand“), ist ein weiterer Baustein für einen besseren „Rasen-Thiem“ als je zuvor.

Ein Erreichen der zweiten Woche auch auf dem „Heiligen Rasen“ an der Church Road darf man einer Nummer 7 der Welt ohnehin zutrauen, zumal das Spiel des Dominic Thiem keinesfalls typisches Sandplatz-Tennis ist. „Für Dominic ist nichts mehr Utopie. Ich sage seit Monaten, dass ich glaube, wenn Dominic gut spielt, dass er jeden Menschen auf der Welt schlagen kann, auch wenn die gut spielen.“ Sein Schützling habe seinen Volley verbessert und könnte auch den Slice von der Grundlinie taktisch besser einsetzen. „Wenn er in der Rangliste nach oben kommen möchte, dann ist es wesentlich, dass er bei allen Grand-Slam-Turnieren gut spielt.“

Nach Wimbledon geht es für Thiem, der auf sein Heimturnier in Kitzbühel und andere Sandplatz-Klassiker im Sommer verzichtet, diesmal direkt auf Hartplatz zu den Turnieren in Washington, den ATP-Masters-1000-Events in Montreal und Cincinnati sowie dann den US Open.

Auf Spekulationen lässt sich Bresnik nicht ein. Zum Beispiel, dass sein Schützling auf ausgezeichnetem Kurs in Richtung zweiter Masters-Teilnahme am Saisonende in Folge ist. „Wenn du dich mit dem Morgen beschäftigst, wirst du morgen nichts erreichen, weil du auf das Heute vergisst.“




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