Letztes Update am Fr, 09.06.2017 08:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ex-Rektorenchef Manfried Welan wird 80



Wien (APA) - „Ein Diener der Zweiten Republik“ hat der Ex-Vorsitzende der (damaligen) Rektorenkonferenz, VP-Politiker und Verfassungsjurist Manfried Welan eine seiner Autobiografien genannt.. Gedient hat der Rechtswissenschafter dabei in vielen Funktionen - unter anderem war Welan, der am 13. Juni 80 Jahre alt wird, Rektor der Universität für Bodenkultur, ÖVP-Stadtrat und Dritter Landtagspräsident in Wien.

Breitere Bekanntheit erlangte Welan als Berater des damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil während der Regierungsbildung im Herbst bzw. Winter 1999/2000, die schließlich in der ersten schwarz-blauen Koalition endete. Aber schon davor war er im Grenzgebiet zwischen Wissenschaft und Politik in Erscheinung getreten - etwa als er sich schon Anfang der 1970er-Jahre Gedanken über nötige Demokratiereformen im „Parteienstaat“ machte und für ein Mehrheitswahlrecht plädierte.

Welan wurde am 13. Juni 1937 in Wien geboren und finanzierte sein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften unter anderem als Komparse, Hilfsarbeiter und Vorleser. Nach seiner Promotion 1961 arbeitete er zunächst im Verwaltungsdienst der Technischen Universität (TU) Wien, als Sekretär und Schriftführer im Verfassungsgerichtshof (VfGH) sowie in der wissenschaftlichen Abteilung der Wirtschaftskammer.

1968 wurde Welan als Professor für Rechtslehre an die Universität für Bodenkultur (Boku) berufen, der er in verschiedensten Funktionen die Treue hielt. 1975 avancierte er zum Prorektor (heute: Vizerektor), von 1977 bis 1981 sowie von 1991 bis 1993 fungierte er insgesamt für drei Amtsperioden als Rektor. 1979 wurde er schließlich für zwei Jahre zum Vorsitzenden der Rektorenkonferenz (heute: Universitätenkonferenz) gewählt - als erster Rektorenchef, der nicht aus der Uni Wien kam.

Für die Politik entdeckt wurde der Wissenschafter vom damaligen Wiener ÖVP-Chef Erhard Busek. Als einer dessen „Bunter Vögel“ nistete er ab 1983 im Gemeinderat bzw. Landtag. 1986 wurde er Stadtrat, von Dezember 1987 bis zu seinem Ausscheiden aus der Politik 1990 war er Dritter Präsident des Wiener Landtags.

Wissenschaftlich befasste sich Welan vor allem mit dem politischen System Österreichs bzw. der Rolle dessen Repräsentanten: Gemeinsam mit Heinrich Neisser publizierte er etwa „Der Bundeskanzler im österreichischen Verfassungsgefüge“, die Rolle des Bundespräsidenten thematisierte „Das österreichische Staatsoberhaupt“.

(B I L D A V I S O - Bilder von Manfried Welan sind im AOM verfügbar)




Kommentieren