Letztes Update am Fr, 09.06.2017 11:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kataloniens Regierung kündigt für Herbst Unabhängigkeitsreferendum an



Madrid/Barcelona (APA) - Der Regierungschef Kataloniens, Carles Puigdemont, heizt die Unabhängigkeitsdebatte in der nordostspanischen Provinz wieder an. Er kündigte am Freitag in Barcelona an, am 1. Oktober dieses Jahres eine Volksabstimmung über die Loslösung von Spanien abhalten zu wollen. Die spanische Zentralregierung in Madrid bezeichnet dieses Vorgehen aber als illegal.

Laut spanischen Medienberichten will Puigdemont den Katalanen im Herbst folgende Frage stellen: „Möchten Sie, dass Katalonien ein unabhängiger Staat in Form einer Republik ist?“. Erst kürzlich hatte das spanische Verfassungsgericht ein Unabhängigkeitsreferendum in der autonomen Region neuerlich untersagt. Der separatistische Regierungschef betont aber weiter, Katalonien werde sich auch von einem „Nein“ Madrids nicht stoppen lassen.

Die Katalanen sind allerdings gespalten, was ihre mögliche Unabhängigkeit betrifft. Eine Mehrheit der Katalanen wünscht sich aber ein Referendum. Als Zeichen, dass sie die Möglichkeit haben, selbst über ihre Zukunft zu entscheiden.

Der frühere katalanische Präsident Artur Mas hatte trotz eines vom spanischen Verfassungsgericht verhängten Verbots am 9. November 2014 einen symbolischen Volksentscheid über die Abspaltung der Region von Spanien durchführen lassen. An der Volksbefragung hatten damals etwa 2,3 der 6,3 Millionen Stimmberechtigten teilgenommen, mehr als 80 Prozent von ihnen stimmten für die Unabhängigkeit. Mas war von 2010 bis 2016 Regionalpräsident von Katalonien.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Die spanische Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy lehnt eine Abspaltung der wirtschaftsstärksten Region des Landes strikt ab und bezeichnet sie als verfassungswidrig. Teile der katalanischen Gesellschaft fühlen sich von Madrid aber unterdrückt. Die Region hat ihre eigene Sprache und ist wirtschaftlich stärker als der Rest von Spanien.




Kommentieren