Letztes Update am Fr, 09.06.2017 09:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gabriel ruft in Katar-Krise zu rascher diplomatischer Lösung auf



Wolfenbüttel (APA/AFP/Reuters) - Angesichts der Krise zwischen mehreren arabischen Staaten und Katar hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) eindringlich zu einer diplomatischen Lösung aufgerufen. „Wir sind der festen Überzeugung, dass jetzt die Stunde der Diplomatie ist“, sagte Gabriel am Freitag bei einem Treffen mit dem katarischen Ressortchef Scheich Mohammed al-Thani im niedersächsischen Wolfenbüttel.

Deutschland und die internationale Gemeinschaft hätten „große Sorgen über das, was in der Golfregion passiert“. Die Konflikte in dieser Weltgegend, etwa die Kriege in Syrien und im Jemen, seien „ohnehin schon groß genug“. Eine Steigerung der Auseinandersetzung gerade auch zwischen den Golfstaaten sei „überhaupt nicht“ zu gebrauchen.

Saudi-Arabien und mehrere Verbündete in der Region hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar überraschend gekappt. Begründet wurde dies unter anderem mit Katars Verbindungen zu „Terrororganisationen“. Das Emirat ist seitdem in der Region weitgehend isoliert, der Landweg dorthin ist gesperrt, der Flugverkehr stark behindert.

Gabriel betonte, dass Deutschland gute Beziehungen „zu allen Golfstaaten“ pflege. Gemeinsam mit der US-Regierung, den europäischen Partnern und Staaten in der Region bemühe sich die Bundesregierung um eine Deeskalation. Der Konflikt müsse „so schnell wie möglich“ gelöst werden, damit sich die Staaten wieder auf den „eigentlichen Gegner“, den „Islamischen Staat“ (IS), konzentrieren könnten. Katar ist Teil der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz.

Die Blockadeländer erinnerte er daran, dass viele Staaten der Region Organisationen unterstützt hätten, die gefährlich seien. Saudi-Arabien und die Türkei gehörten dazu.

Al-Thani dankte bei seinem ersten Auslandsbesuch nach Beginn der Krise Deutschland für den „mutigen Beistand“. Laut einer Übersetzerin kritisierte der katarische Außenminister die „Sammelbestrafung“ durch die anderen Golfstaaten, die „internationales und humanitäres Recht“ verletze. „Wir sehen den Dialog und die Diplomatie immer als erste Wahl“, sagte er demnach.




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