Letztes Update am Fr, 09.06.2017 11:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flächendeckende Kinderbetreuung: Laut AK in Steiermark noch Lücken



Graz/Wien (APA) - Das Kinderbetreuungsangebot in der Steiermark verbessert sich, doch gebe es noch Lücken, wie der im Auftrag der AK erstellte „4. Kinderbetreuungsatlas“ zeige. Die besten Angebote gibt es naturgemäß im städtischen Raum. Diese beinhalten in der Kategorie A Betreuung für Kinder unter drei Jahren, Ganztageskindergarten und Nachmittagsbetreuung für Volksschüler, hieß es am Freitag im Pressegespräch.

Von 287 steirischen Gemeinden würden 113 (2016: 105) die Kriterien für die Kategorie A erfüllen, sagte Bernadette Pöcheim, Leiterin des Frauenreferats der steirischen Arbeiterkammer. Spärlicher gesät sind jedoch Gemeinden, die den zusätzlichen Kriterien des „Vereinbarkeitsindikators für Familie und Beruf“ (VIF) gerecht werden. 60 Kommunen (zwei mehr als 2016) bieten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder von null bis zehn Jahren mit Öffnungszeiten an, die beiden Elternteilen eine Vollzeitbeschäftigung ermöglicht. In 86 Gemeinden (2016: 100) besteht nur die Möglichkeit, die Kinder in einem Halbtageskindergarten betreuen zu lassen. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist hier schwer möglich“, sagte Pöcheim.

Nachholbedarf besteht nach wie vor in der Betreuung von Kindern unter drei Jahren: 13,6 Prozent der Gemeinden bieten hier kein Angebot. Für Kinder von drei bis sechs Jahren haben in der Steiermark 363 Einrichtungen ganztags geöffnet - davon 196 in Graz und Umgebung. 235 Gemeinden bieten eine Nachmittagsbetreuung für Volksschüler an.

Die Fortschritte sind für AK-Präsident Josef Pesserl erfreulich, wenngleich Luft nach oben bestehe: „Echte Wahlfreiheit für Eltern gibt es erst bei einem flächendeckenden Angebot an Betreuungseinrichtungen für Kinder aller Altersstufen.“ Dies gelte selbstverständlich auch für die Ferien. Vom Bund forderte Pesserl, dass „die Gemeinden bei der Finanzierung der Kinderbetreuung stärker unterstützt werden“.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Die stärkste Veränderung der Kinderbetreuungslandschaft brachte übrigens die Gemeindestrukturreform. Die 542 steirischen Gemeinden wurden auf 287 reduziert. Dadurch gibt es keine Gemeinde mehr ohne Betreuung für Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Die Öffnungszeiten in den Ferien und auch die Tagesöffnungszeiten wurden verbessert. Mittlerweile gibt es auch 68 Kinderkrippen und elf Kindergärten mehr. Bedarf besteht nach wie vor auch bei Tagesmüttern und -vätern vor allem für unter Dreijährige.

(S E R V I C E - Der „4. Kinderbetreuungsatlas“ ist unter https://media.arbeiterkammer.at/stmk/170609_Kinderbetreuungsatlas201 7_barrf.pdf abrufbar.)

~ WEB http://www.arbeiterkammer.at ~ APA213 2017-06-09/11:31




Kommentieren