Letztes Update am Fr, 09.06.2017 12:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ankara: Kurdisches Unabhängigkeitsreferendum wäre „schwerer Fehler“



Ankara (APA/AFP) - Die türkische Regierung hat das geplante Unabhängigkeits-Referendum der irakischen Kurden als „schweren Fehler“ kritisiert. „Die Bewahrung der territorialen Integrität und der politischen Einheit des Irak ist eine der Grundlagen der türkischen Politik hinsichtlich des Irak“, erklärte das türkische Außenministerium am Freitag in einer Erklärung.

Das Präsidialamt der autonomen Kurdenregion im Nordirak hatte am Mittwoch den 25. September als Termin für ein Unabhängigkeitsreferendum festgelegt. Die Abstimmung ist eine alte Forderung der Kurdenführung im Nordirak.

Die Türkei unterhält gute Beziehungen zum irakischen Kurdenführer Massud Barsani. Ankara lehnt aber die Gründung eines kurdischen Staates auf irakischem Gebiet ebenso kategorisch ab wie Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im eigenen Land oder in anderen Ländern der Region.

Die Ablehnung Ankaras könnte das Überleben eines irakischen Kurdenstaates erschweren: Die Region bezieht einen Großteil ihrer Einnahmen aus dem Ölexport. Der Rohstoff wird über eine Pipeline zum türkischen Hafen Ceyhan transportiert.

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Am Donnerstag hatte bereits der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) die Kurden im Nordirak vor einem Unabhängigkeitsreferendum gewarnt. „Die Einheit des Irak infrage zu stellen, ja sogar Staatsgrenzen neu ziehen zu wollen, ist nicht der richtige Weg und kann eine ohnehin schwierige und instabile Lage nur verschärfen, in Erbil genauso wie in Bagdad“, sagte Gabriel.




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