Letztes Update am Fr, 09.06.2017 12:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Menschenrechtskommissar fordert Untersuchung der Gewalt im Kongo



Genf (APA/dpa) - UNO-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein fordert eine internationale Untersuchung der Gräueltaten in der kongolesischen Kasai-Region. Dort sind bei Kämpfen seit August schätzungsweise bis zu 1000 Menschen getötet worden, 1,3 Millionen Menschen sind nach UNO-Angaben vor der Gewalt geflohen.

Die verübten Gräueltaten in dem zentralafrikanischen Land scheinen von „so einer Schwere, dass sie eine Sorge für die Weltgemeinschaft und insbesondere für den Menschenrechtsrat“ seien, sagte Said am Freitag in Genf. Sonderermittler müssten zudem die Existenz von bisher 42 dokumentierten Massengräbern untersuchen. Die tatsächliche Anzahl könnte noch höher sein.

Seit dem vergangenen Sommer habe es Berichte über Gruppenexekutionen, Tötungen von Kindern und Vorwürfe von sexuellen Übergriffen gegeben. Die von UNO-Seite geforderte Untersuchung der Taten durch die kongolesischen Behörden ist laut Said nur mangelhaft ausgefallen. Die brisante Sicherheitslage vor Ort hinderte das zuständige Menschenrechtsbüro bisher aber an weiteren Ermittlungen. Said folgte nun auch einem Aufruf von Dutzenden Menschenrechtsorganisationen, die von den Vereinten Nationen rasches Handeln verlangten.

Seit in dem zentralafrikanischen Land der Anführer der Rebellengruppe Kamuina Nsapu im August 2016 getötet wurde, kommt es in der Region Kasai immer wieder zu Gefechten. Rund 30.000 sind nach UNO-Angaben bisher ins Nachbarland Angola geflohen.

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