Letztes Update am Fr, 09.06.2017 10:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Miele übernimmt Mehrheit an Medizintechnik-Hersteller Steelco



Gütersloh/Bürmoos/Treviso (APA) - Der deutsche Hausgerätehersteller Miele übernimmt die Mehrheit am italienischen Medizintechnik-Unternehmen Steelco. Das teilte Miele am Freitag mit. Damit könne die Miele-Gruppe ihren Umsatz in der Sparte Medizintechnik um ein Drittel auf rund 250 Mio. Euro pro Jahr steigern, hieß es in der Aussendung. Die Übernahme erfolgt unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörde.

Der deutsche Familienkonzern zählt schon bisher zu den weltweit tätigen Herstellern von Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsgeräten für medizinische Einrichtungen und Labore. Gemeinsam mit dem Geschäftsbereich Hausgeräte erzielte die Miele-Gruppe im Geschäftsjahr 2015/16 einen Umsatz von 3,71 Mrd. Euro und beschäftigt 19.400 Mitarbeiter weltweit.

Auch Steelco - ebenfalls ein Familienunternehmen - produziert Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsgeräte. Das 1998 gegründete Unternehmen in Treviso in Oberitalien beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von 71 Mio. Euro. Man könne gemeinsam mit Steelco das Produktportfolio vergrößern und die Marktposition weiter ausbauen, sage Andreas Barduna, kaufmännischer Leiter des Geschäftsbereichs Miele Professional.

Das Projektgeschäft für Sterilisationsanlagen für Krankenhäuser soll unter dem Dach der neuen Tochter zusammengeführt werden. Sterilisatoren und Containerwaschanlagen werden künftig komplett von Steelco produziert. Und das hat Auswirkungen auf das Miele-Werk in Bürmoos bei Salzburg, wo diese Geräte bisher hergestellt werden.

Die Produktion dieser Geräte werde in Bürmoos im Lauf des kommenden Jahres schrittweise auslaufen, teilte das Unternehmen mit. Davon sind bis zu 80 Arbeitsplätze betroffen. Die Belegschaft wurde am Donnerstag in einer Betriebsversammlung informiert. Man werde gemeinsam mit dem Betriebsrat partnerschaftliche Lösungen suchen, hieß es in der Aussendung. Den Mitarbeitern sollen unter anderem Ersatzarbeitsplätze an anderen Standorten angeboten werden.

Gleichzeitig gab Miele für Bürmoos eine Standortgarantie für zunächst vier Jahre ab. Das Werk werde als Komponentenwerk für Schalterblenden, Körbe und Einsätze sowie Spülräume fortgeführt. „Damit bleibt ausreichend Zeit, für den Standort Bürmoos nachhaltig wettbewerbsfähige Kostenstrukturen sicherzustellen“, sagte Michael Krimpmann, technischer Leiter des Geschäftsbereichs Miele Professional. Insgesamt beschäftigt Miele in Bürmoos derzeit 270 Personen.

~ WEB http://www.miele.de ~ APA272 2017-06-09/12:41




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