Letztes Update am Fr, 09.06.2017 13:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Agrarminister weiter uneins bei Bioverordnung und Tierarzneimittel



Brüssel (APA) - Die EU-Agrarminister sind weiter uneins bei den Themen Bioverordnung und Tierarzneimittel. Beim Ministerrat am Montag in Luxemburg stehen ferner die Lage am Milchsektor und der Pflanzenschutz auf dem Programm. Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) nimmt an der Sitzung nicht teil.

Bei Milch hat sich die Lage stabilisiert, hieß es am Freitag in EU-Ratskreisen in Brüssel. Der Rückgang der Rohmilchanlieferung von Jänner bis März des Jahres im Vergleich zu den drei ersten Monaten 2016 habe in der EU 2,3 Prozent betragen, in Österreich lag das Minus bei 1,8 Prozent. Der Milchpreis hat sich in Österreich auf 34,58 Cent im April erhöht, wobei er im Mai leicht auf 34,40 Cent pro Liter zurückgegangen ist.

Strittig bleibt im Landwirtschaftsbereich die Bioverordnung. Hier sei keinerlei Einigung in Sicht. Bei Schwellenwerten für Pestizide ist Österreich weiterhin ablehnend und will eine harmonisierte Lösung. Unterschiedlich ist die Haltung der einzelnen EU-Staaten auch bei der Errichtung von Datensätzen. Vor allem der damit verbundene finanzielle Aufwand wird von einigen kritisiert.

Auch bei den Tierarzneimitteln ist keine Einigung absehbar. Österreich ist gegen die im Entwurf vorgesehene Möglichkeit des Internetverkaufs von Tierarzneimittel. Die künftige estnische Ratspräsidentschaft ist dafür.

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Beim Pflanzenschutz will der zu Ende gehende maltesische EU-Ratsvorsitz die Problemfelder der vergangenen Jahre beleuchten. So habe es zuletzt in Malta einen Zitronenvirus gegeben, bei dem fast die gesamten Plantagen im südlichen Euroland befallen wurden. Der Virus sei von Australien eingeführt worden. Dabei habe die Kirche auf Malta zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen, indem während der Sonntagsmessen über den Zitronenvirus informiert worden sei.

Die Agrarminister wollen auch auf Nebenwirkungen des globalen Handels durch die Einfuhr von Holzschädlingen mittels Verpackungsmaterialien aus China stärker aufmerksam machen. Es sei schon dazu gekommen, dass Container aus China mit Methylbromid begast werden mussten, damit sich diese Schädlinge nicht in Europa ausbreiten können. Dabei sei es auch schon zu tödlichen Unfällen von Kontrolloren gekommen, die zu früh in mit Methylbromid besprühten Container reingegangen seien. Österreich sei dafür, dass es zu schärferen Maßnahmen vor allem beim Holzverpackungsmaterial kommen soll.




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