Letztes Update am Fr, 09.06.2017 13:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UK-Wahl - Liberaldemokraten bringen zweites EU-Referendum ins Spiel



London (APA/Reuters) - Der Chef der britischen Liberaldemokratischen Partei, Tim Farron, hält ein zweites Brexit-Referendum für nicht mehr ausgeschlossen. Die Argumente dafür würden nach der Wahlschlappe der konservativen Premierministerin Theresa May stärker, sagte Farron am Freitag in London.

Zugleich sprach er sich dafür aus, die Gespräche zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union über den Austritt auszusetzen. Formell sollen die Verhandlungen am 19. Juni aufgenommen werden. Der Austritt ist für März 2019 vorgesehen. Angesichts der unklaren Lage in London nach der Unterhauswahl steht der Zeitplan aber infrage.

Die Chefin der schottischen Nationalisten (SNP), Nicola Sturgeon, kündigte an, alles dafür zu tun, damit Schottland und das Vereinigte Königreich im EU-Binnenmarkt verblieben. Die Pläne der Konservativen, auch einen sogenannten harten Brexit ohne Abkommen mit der EU durchzusetzen, müssten aufgegeben werden. Zugleich sagte Sturgeon, sie werde mit anderen Parteien zusammenarbeiten, um die Konservativen von der Macht fernzuhalten.

May und ihre Tories gingen aus der Unterhauswahl am Donnerstag zwar als stärkste Kraft hervor, verloren aber ihre absolute Mehrheit. May hat angekündigt, dennoch eine neue Regierung bilden zu wollen.




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