Letztes Update am Fr, 09.06.2017 15:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Grillitsch will Qualitäten zeigen - Option im ÖFB-Mittelfeld



Wien (APA) - Florian Grillitsch steht vor seinen nächsten Karriereschritten. Der 21-jährige Mittelfeldspieler könnte am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) im so wichtigen WM-Qualifikationsspiel in Irland sein erstes Pflichtspiel für das österreichische Fußball-Nationalteam absolvieren. Danach erfolgt der Wechsel nach Hoffenheim - und damit erstmals die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation.

Im ÖFB-Team ist Grillitsch bisher nur im März im Test gegen Finnland (1:1) eingewechselt worden. Ob der zahlreichen Ausfälle darf er sich in Dublin aber berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz machen. „Wenn ich aufgestellt werde, will ich schon meine Qualitäten einbringen“, erklärte der Niederösterreicher. Dazu zählt er das Kurzpass- und Umschaltspiel sowie den Spielaufbau.

In der zweiten Hälfte gegen Finnland bildete Grillitsch mit seinem Noch-Clubkollegen Zlatko Junuzovic von Werder Bremen das zentrale Mittelfeld - in einem 4-2-3-1-System, das in Irland als mögliche Alternative zur defensiven Dreierkette gilt. „Wir werden gut vorbereitet reingehen“, versicherte Grillitsch. „Aber Irland ist auch kein Jausengegner. Wir werden ein gutes Spiel brauchen, um die drei Punkte zu holen.“

Laut Junuzovic könne man bereits eine Tendenz erkennen, auf welche Formation Teamchef Marcel Koller setzen wird. „100-prozentig kann man es noch nicht sagen.“ Grillitsch wollte sich in der zehntägigen Vorbereitung anbieten. In Hoffenheim will er dann den nächsten Schritt machen. „Ich glaube, dass ich noch nicht am Ende meiner Entwicklung bin.“

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Mit 17 Jahren war der Youngster aus Grafenbach bei Neunkirchen aus der Akademie St. Pölten nach Bremen übersiedelt. Vier Jahre später kämpft er mit Hoffenheim um den Einzug in die Champions League. „Jeder Spieler will so hoch wie möglich spielen. Es ist eine neue Ebene, sich mit den Besten zu messen“, sagte Grillitsch über seinen Traum von der Königsklasse. „Das ist für jeden Fußballer einer Riesensache.“

Mittelfeld-Kollege Louis Schaub dagegen verpasst kommende Saison das internationale Geschäft. „Die Jungs haben mich ein bisschen aufgebaut“, sagte Schaub nach Ligarang fünf mit Rapid. „Mit dem Cupfinale hätten wir es noch retten können, aber auch das haben wir nicht geschafft. Es war eine katastrophale Saison.“ Die Freude, dass ihm Teamchef Koller weiter vertraue, sei groß.

Zweimal war Schaub im Quali-Herbst im ÖFB-Team eingewechselt worden, im Heimspiel gegen Irland (0:1) bereits nach 56 Minuten. Dass der 22-Jährige auch in Dublin zum Zug kommt, darf angesichts immer wieder auftauchender Muskelprobleme bezweifelt werden. „Ich bin einsatzbereit“, betonte Schaub, der nach dem Urlaub erst am 26. Juni ins Rapid-Training einsteigen muss - eine Woche später als seine Kollegen.

Seinen Vertrag bei den Hütteldorfern hat Schaub im Vorjahr bis 2020 verlängert. Einen Auslandstransfer hat er im Moment nicht im Sinn. „Bis jetzt hatte ich immer das Gefühl, dass noch ein bisschen etwas fehlt. Ich habe mich entschlossen, bei Rapid zu bleiben, weil ich mich da sehr gut weiterentwickeln kann.“ Ziel sei es, dort einmal eine Saison ohne gröbere Verletzungen zu überstehen.

Dass der Sprung ins Nationalteam auch aus der heimischen Bundesliga gelingen kann, hat der aktuelle Lehrgang bewiesen. Sieben Akteure im 23-Mann-Kader, der am Samstagvormittag nach Irland aufbricht, verdienen ihr Geld in Österreich - auch aufgrund der Ausfälle so viele wie lange nicht. Stammspieler ist mit Salzburgs Valentino Lazaro derzeit aber nur einer.




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