Letztes Update am Fr, 09.06.2017 15:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UK-Wahl - Sturgeon fordert Abkehr vom Konzept eines „harten Brexit“



London (APA/AFP) - Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat nach der britischen Parlamentswahl eine Abkehr vom Konzept des „harten Brexit“ gefordert. Das „rücksichtslose“ Verfolgen dieser Vorstellung durch die bisherige britische Regierung von Premierministerin Theresa May müsse „aufgegeben werden“, sagte die Chefin der Schottischen Nationalpartei (SNP) am Freitag vor Journalisten in Edinburgh.

Mays Konservative Partei habe ihre Mehrheit im Unterhaus eingebüßt, die Premierministerin habe „jede Autorität und Glaubwürdigkeit verloren“. Sturgeon richtete einen Appell an die Abgeordneten aller Parteien, sich für den Verbleib Großbritanniens im europäischen Binnenmarkt einzusetzen. Als die britische Bevölkerung im vergangenen Juni mit fast 52 Prozent für den Austritt aus der Europäischen Union (Brexit) stimmte, sprach sich in Schottland die Bevölkerung mehrheitlich gegen den EU-Austritt aus.

Sturgeon räumte ein, dass die Parlamentswahl vom Donnerstag für die SNP „einige bittere und enttäuschende Verluste“ mit sich brachte. Von den 59 schottischen Sitzen im Londoner Unterhaus hat die SNP künftig nur noch 35, während es bei der Wahl 2015 noch 56 waren.

Die bislang von der SNP vertretene Forderung nach einem neuen Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands habe bei den Stimmenverlusten „unzweifelhaft eine Rolle gespielt“, sagte Sturgeon. Ihre Partei müsse das „bedenken“ und „sorgfältig über den besten Weg für Schottland nachdenken“. Das vergleichsweise schlechte Abschneiden der SNP kam sowohl Mays Konservativen, als auch der Labour-Partei und den Liberaldemokraten zugute.

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