Letztes Update am Fr, 09.06.2017 19:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eurogruppen-Chef rechnet mit Einigung im Hellas-Schuldenstreit



Brüssel/Athen (APA/Reuters) - Die Einigung der Euro-Geldgeber mit Griechenland auf die Auszahlung neuer Milliardenhilfen rückt näher. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem erwarte beim Treffen der Finanzminister in der kommenden Woche einem umfassenden Abschluss der Reformüberprüfung, sagte sein Sprecher am Freitag.

Die endgültige Zustimmung der Euro-Finanzminister zum dem Paket ist notwendig, damit weiteres Geld aus dem bis zu 86 Milliarden Euro schweren Hilfspaket ausgezahlt werden kann. Das Parlament in Athen stimmte von den Gläubigern geforderten Reformen zu, die Bedingung für weitere Kredite sind. Der Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, hält eine Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt in diesem Jahr für möglich.

Schäuble und seine Kollegen aus den anderen Euro-Staaten treffen sich am Donnerstag zu Beratungen in Luxemburg. Dazu wird auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, erwartet. Schäuble hatte darauf verwiesen, dass Vereinbarungen mit dem IWF einfacher zu erreichen seien, wenn Lagarde an den Gesprächen teilnehme.

Der IWF und die Euro-Geldgeber streiten über die Konjunkturaussichten Griechenlands. Der Fonds will sich an den Hilfen nur beteiligen, wenn die griechischen Schulden tragfähig sind. Die deutsche Bundesregierung und die Niederlande bestehen auf einer Beteiligung des IWF, wollen aber umgekehrt Schuldenerleichterungen erst nach dem Ende dem Hilfsprogramms im 2018 gewähren, falls dies notwendig sein sollte.

Ungeachtet der Hoffnungen auf eine baldige Einigung sagten zwei EU-Insider, dass es bei Beratungen von Vertretern der Euro-Zone am Donnerstag keine großen Fortschritte gegeben habe. Einige technische Aspekte seien geklärt worden. Eine Lösung müsse aber in Luxemburg erreicht werden.

Die Regierung in Athen muss im Juli Kredite in Höhe von rund sieben Milliarden Euro zurückzahlen und benötigt dafür voraussichtlich Geld. Trotz der aktuellen Probleme rechnet ESM-Chef Regling allerdings damit, dass Griechenland bald auf eigenen Beinen stehen könnte. „Wenn Griechenland auf Reformkurs bleibt, kann es vielleicht schon dieses Jahr, spätestens 2018 wieder erste Staatsanleihen begeben“, sagte er der „Bild“.

In Athen verabschiedete das Parlament mit den Stimmen der Koalition von Ministerpräsident Alexis Tsipras ein Reformpaket, das unter anderem den Arbeitsmarkt und die Pensionen betrifft.




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