Letztes Update am Fr, 09.06.2017 22:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Katar-Krise: US-Außenminister fordert Lockerung der Katar-Blockade



Washington (APA/Reuters) - US-Außenminister Rex Tillerson hat die Golfstaaten zur Lockerung ihrer Blockade gegen Katar aufgerufen. Die Isolierung des Emirats durch Saudi-Arabien und andere arabische Staaten habe für die Menschen in Katar bereits negative Folgen, sagte er am Freitag vor Reportern. Auch der US-geführte Kampf gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) werde beeinträchtigt.

„Wir erwarten, dass diese Staaten umgehend Schritte zur Deeskalation unternehmen und Gesten des guten Willens zeigen, um die Erschwernisse für alle Seiten zu beenden. Er rückte damit von Äußerungen von Präsident Donald Trump ab, der vor einigen Tagen die Entscheidung der Golfstaaten begrüßt hatte. Trump warf Katar nun abermals vor, den Terrorismus zu finanzieren. In der Vergangenheit habe das Emirat dies „auf einem sehr hohen Niveau“ getan, sagte er in Washington.

Tillerson forderte Katar, aber auch andere Staaten auf, die Terrorunterstützung zu stoppen. Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und andere Länder werfen Katar eine solche Hilfe vor und begründen damit ihre Blockade. Doch Tillerson sagte, alle Seiten müssten mehr tun. „Der Emir von Katar hat Fortschritte dabei gemacht, die finanzielle Unterstützung zu stoppen und terroristische Elemente aus dem Land zu weisen, aber er muss mehr tun, und er muss es schneller tun“, sagte der US-Außenminister. „Auch andere müssen Unterstützung für gewalttätige Organisationen innerhalb ihrer eigenen Grenzen unterbinden.“

Das Verteidigungsministerium in Washington sieht in der Blockade zwar keine Gefährdung aktueller Einsätze der US-Armee, die den Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid in Katar für den Kampf gegen den IS nutzt. Sie seien weder unterbrochen noch eingeschränkt worden, sagte ein Sprecher. „Die sich entwickelnde Lage behindert aber unsere Fähigkeit, langfristige Militäreinsätze zu planen.“ Auf dem Stützpunkt sind mehr als 11.000 US-Soldaten und von Verbündeten stationiert.

Trump hatte die Isolierung Katars zunächst begrüßt und als Ergebnis seiner eigenen Gespräche im Mai in der Region dargestellt. Später schlug er einen moderateren Ton an. Am Freitag sagte er wiederum, er habe entschieden, dass es an der Zeit sei, Katar zu sagen, dass es mit der Terrorfinanzierung aufhören müsse. Er hoffe, der Gipfel in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad, an dem er teilgenommen habe, sei der Anfang vom Ende der Terrorfinanzierung. „Keine zivilisierte Nation kann diese Gewalt dulden oder erlauben, dass sich diese gefährliche Ideologie auf ihrem Boden ausbreitet.“




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