Letztes Update am Sa, 10.06.2017 10:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Sind im Garten“: 20 Jahre Festspielhaus mit Party und Strawinsky



St. Pölten (APA) - Outdoor rauschende Partystimmung mit pulsierender DJ-Beschallung unter dem Motto „Sind im Garten“, indoor Strawinskys „Sacre“ als Produktion der Compagnie Marie Chouinard: Im Festspielhaus St. Pölten ist am Freitagabend nicht nur der Saisonabschluss würdig begangen, sondern auch gleich das 20-jährige Bestehen gefeiert worden.

Nach den „Sacre“-Interpretationen von Sasha Waltz und José Montalvo nun also die dritte Version innerhalb einer Spielzeit. Keine Spur mehr von provokativer oder gar skandalöser Wirkung bei Chouinard, einstmals Enfant terrible der Choreografie-Szene. Da ist alles auf Licht und Ästhetik aufgebaut, auf fein abgezirkelte, rasante Bewegungsvirtuosität, und selbst die barbusigen Tänzerinnen tragen nicht zu erotischem Flair bei, sondern eher zu androgyner Atmosphäre. Von oben strahlen die Lichtkegel auf rasch wechselnde Konstellationen, deren Bildgehalt bisweilen an Darstellungen auf antiken Vasen erinnert. Die Musik kam live: Das Tonkünstlerorchester NÖ spielte gewohnt verlässlich unter dem amerikanischen Dirigenten Garrett Keast.

Der zweite Teil des Abends war vom Buch „Mouvements“ des belgischen Künstlers Henri Michaux inspiriert, das kryptisch anmutende, amorphe und doch figural deutbare Tuschezeichnungen enthält. Diese erscheinen im Hintergrund und werden zu laut knatternden Sounds von Louis Dufort jeweils in Bewegung umgesetzt, was zunächst reizvoll erscheint, jedoch alsbald den Charakter des Gesellschaftsspiels „Activity“ annimmt - auf höchstem Level, versteht sich.

Die Gratulantenschar war jedenfalls groß. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) würdigte im Gespräch mit der künstlerischen Leiterin Brigitte Fürle den Stellenwert des Festspielhauses im niederösterreichischen Kulturleben. Eingefunden hatten sich u.a. auch St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ), Fürles Vorvorgänger Michael Birkmeyer und Festspielhaus-Architekt Klaus Kada. Der US-Fotokünstler David Michalek trug mit seiner auf die Fassade projizierten Installation „Slow Dancing“ zur optischen Gestaltung des Fests bei, das bis in die späten Nachtstunden währte.

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(S E R V I C E - www.festspielhaus.at)




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