Letztes Update am Sa, 10.06.2017 18:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Macron gedenkt der Opfer von SS-Massaker - Aufruf an Jugend



Paris (APA/AFP/dpa) - Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Gedenkfeier zum 73. Jahrestags des SS-Massakers von Oradour-sur-Glane zu einem Appell an die Jugend genutzt, die humanistischen Werte Frankreichs zu „bewahren“. „Wir wären nicht das Volk, das wir sind, wenn wir dem Anderen nicht einen geheiligten Status gäben“, sagte Macron vor 500 Schülern im zentralfranzösischen Dorf.

Zu den Teilnehmern der Gedenkfeier zählte der letzte Überlebende des Massakers, der 91-jährige Robert Hebras. Die „Flamme“ der Erinnerung müsse immer aufs Neue belebt werden, sagte Macron. Zum Erbe der französischen Nation zählte er Recht und Gerechtigkeit, Würde, Frieden, Respekt und Toleranz. Dies alles seien „zerbrechliche Güter“, über die die heutigen Kinder ihr Leben lang „wachen“ müssten. Sie sollten die Werte wie „Flaggen“ verteidigen, zumal Taten wie in Oradour weiterhin verübt wurden. Als Beispiele nannte Macron Ruanda, das ehemalige Jugoslawien und „heute Syrien“.

In Oradour-sur-Glane hatte die Waffen-SS am 10. Juni 1944 insgesamt 642 Zivilisten ermordet, darunter 205 Kinder. An dem Einsatz waren 207 SS-Leute beteiligt. Frauen und Kinder wurden in der Dorfkirche eingepfercht, die knapp 200 Männer auf Scheunen verteilt und die meisten von ihnen mit Maschinengewehren erschossen, bevor die Kirche angezündet wurde.

Die CSU-Politikerin Gerda Hasselfeldt nahm an der Zeremonie teil. Sie sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie sei vor zehn Jahren als erste Vertreterin der deutschen Bundespolitik nach Oradour gereist. Es sei seitdem „sehr viel an gegenseitigem Vertrauen“ aufgebaut worden. „Das ist heute eine ganz andere Atmosphäre als noch vor zehn Jahren“, fügte die Vorsitzende des CSU-Landesgruppe im Bundestag hinzu.

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