Letztes Update am Sa, 10.06.2017 18:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kurdisch-arabisches Bündnis SDF dringt auch von Westen nach Raqqa ein



Raqqa (Rakka) (APA/AFP) - Kampfeinheiten des kurdisch-arabischen Bündnisses der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind am Samstag von Westen her in die Jihadisten-Hochburg Raqqa in Syrien vorgedrungen. Das gaben das SDF-Bündnis und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte übereinstimmend bekannt. Anfang der Woche waren die SDF-Einheiten erstmals von Osten her nach Raqqa vorgedrungen.

Raqqa wurde 2014 von Jihadisten des „Islamischen Staats“ (IS) eingenommen und zur Hauptstadt ihres „Kalifats“ erklärt. Durch US-Luftangriffe, mit denen die SDF-Offensive am Boden unterstützt werde, seien am Samstag 13 Zivilisten getötet worden, teilte die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle mit. Laut dem Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, erhöhte sich die Zahl der seit dem Beginn des SDF-Ansturms getöteten Zivilisten damit auf 57. Die Beobachtungsstelle gewinnt ihre Erkenntnisse über ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite lassen sich ihre Angaben nur schwer überprüfen.

Zu Hochzeiten der IS-Herrschaft lebten in Raqqa rund 300.000 Menschen, darunter 80.000 Vertriebene aus anderen Regionen Syriens. In den vergangenen Monaten verließen tausende von Zivilisten die Stadt, laut UNO-Angaben sollen sich derzeit noch rund 160.000 Menschen in Raqqa aufhalten.




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