Letztes Update am Sa, 10.06.2017 22:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Merkel sprach in Mexiko mit Menschenrechtlern und Journalisten



Mexiko-Stadt (APA/dpa/AFP) - Auf ihrer Mexiko-Reise hat sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel auch mit Menschenrechtlern und Journalisten getroffen. Das Gespräch drehte sich um die Lage der Menschenrechte in Mexiko, die Situation der von Gewalt und Verfolgung bedrohten Journalisten, die zahlreichen Fälle der Verschwundenen und den Kampf gegen sexuelle Gewalt, wie ein Regierungssprecher am Samstag sagte.

Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder der Welt. Im vergangenen Jahr wurden in dem lateinamerikanischen Land mehr als 20.000 Menschen getötet. Rund 30.000 Menschen werden vermisst. Kapitalverbrechen werden nur selten aufgeklärt. Vor allem Journalisten geraten immer wieder in das Visier korrupter Politiker und krimineller Banden. Seit Jahresbeginn wurden sieben Medienschaffende getötet.

Die Vertreter der Zivilgesellschaft forderten von Merkel, bei den Nachverhandlungen des Globalabkommens zwischen der Europäischen Union und Mexiko auch auf Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption und der Straflosigkeit in den lateinamerikanischen Land zu dringen. Merkel habe versprochen, „ihre Stimme für die Opfer und jene zu erheben, die für Gerechtigkeit kämpfen“, sagte der Gründer des Menschenrechtszentrums Tlachinollan, Abel Barrera, nach dem Treffen.

Merkel zeigte sich während ihres Besuchs auch besorgt über die Lage in Venezuela. In der Konfrontation zwischen dem venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und der Opposition könne nur zum Dialog aufgerufen und versucht werden, Einfluss zu nehmen, sagte sie in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto.

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Zwei Monate nach Beginn der politischen Unruhen in Venezuela ist die Zahl der Toten dort auf 66 gestiegen. Beinahe täglich gehen tausende Menschen auf die Straße, um den Rücktritt des linksnationalistischen Staatschefs zu fordern. Die konservative und rechtsgerichtete Opposition in Venezuela kämpft für eine Amtsenthebung Maduros. Sie macht ihn für die schwere Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land verantwortlich, die zu dramatischen Versorgungsengpässen geführt hat.

Merkel war am Freitag nach einem Besuch in Argentinien in Mexiko eingetroffen. Sie wurde von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Bei den Beratungen mit Pena Nieto ging es auch um den G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg. Merkel erklärte die Bereitschaft ihres Landes, Mexiko bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu helfen. Deutschland ist in Mexiko mit Firmen wie Volkswagen, Audi und BMW präsent.




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