Letztes Update am Sa, 10.06.2017 20:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Drei US-Soldaten bei Schießerei in Afghanistan getötet



Kabul (APA/Reuters) - Bei einer Schießerei im Osten Afghanistans sind am Samstag drei US-Soldaten getötet worden. Ein weiterer US-Soldat sei verletzt worden, als ein afghanischer Soldat das Feuer eröffnet habe, sagten drei Vertreter der US-Streitkräfte.

Der Vorfall ereignete sich im Distrikt Achin in der Provinz Nangarhar, wo US-Spezialkräfte zusammen mit afghanischen Truppen gegen Aufständische der Extremistenmilizen Islamischer Staat und Taliban kämpfen. Der afghanische Soldat sei bei dem Vorfall ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher des Provinzgouverneurs. Die Ermittlungen liefen. Ein Taliban-Sprecher sagte, der Angreifer sei ein Mitglied der Extremistengruppe.

Die Taliban haben wie der Islamische Staat zuletzt vermehrt Anschläge in Afghanistan verübt. So starben bei der Explosion eines mit Sprengstoff gefüllten Tanklasters nahe der deutschen Botschaft in Kabul mehr als 150 Menschen. In dem Land hat die Gewalt seit dem Abzug der meisten internationalen Soldaten Ende 2014 zugenommen. Die Taliban kontrollieren oder haben Einfluss auf mehr als 40 Prozent des Landes, wie aus US-Schätzungen hervorgeht.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erwartet unterdessen, dass deutsche Soldaten noch viele Jahre in Afghanistan bleiben werden. „Selbst im Kosovo ist die Bundeswehr seit fast 20 Jahren stationiert. In Afghanistan müssen wir wahrscheinlich in noch längeren Zeiträumen denken“, sagte von der Leyen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei „schwer, Afghanistan zu stabilisieren“.

Die deutsche Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Afghanistan wurde vom Bundestag Ende 2001 auf Antrag der damaligen rot-grünen Regierung beschlossen. Seitdem hat das Parlament das Mandat immer wieder verlängert. Derzeit sind knapp tausend Bundeswehrsoldaten im Rahmen der NATO-Mission „Resolute Support“ am Hindukusch stationiert. Im Rahmen dieser Ausbildungsmission waren von Jänner bis März auch drei Gebirgsjäger des Bundesheers tätig.




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