Letztes Update am Mi, 14.06.2017 10:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Theodor Kramer Preis 2017 an Bagheri-Goldschmied und Welsh-Rabady



Wien (APA) - Der Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil geht 2017 an die aus dem Iran stammende Autorin Nahid Bagheri-Goldschmied und die Kinder- und Jugendbuchautorin Renate Welsh-Rabady. Die beiden teilen sich das Preisgeld von 8.000 Euro, wie die Theodor Kramer Gesellschaft am Mittwoch mitteilte. Die Preisverleihung findet am 9. September im Pfarrsaal Niederhollabrunn statt.

Nahid Bagheri-Goldschmied wurde 1957 in Teheran geboren. Die Lyrikerin, Prosaistin, literarische Übersetzerin und Journalistin studierte persisch-arabische Sprachen und Literaturwissenschaft an der Universität Teheran und lebt seit 1980 in Österreich. Sie ist u.a. Gründerin und Vorsitzende des Iranischen Kunst- und-Kulturvereins im Exil „Marzpeyma“ (Grenzgänger) sowie Mitglied der IG Autorinnen und Autoren, des Österreichischen P.E.N.-Clubs und des Österreichischen Schriftstellerverbandes. Von ihr erschienen bisher fünf Lyrikbände und der Roman „Chawar“ (2009 auf Deutsch, 2013 auf Persisch).

„Sie tritt in ihrer Lyrik unablässig ein für die missachteten Rechte der Frauen, gegen die Grausamkeit eines religiös verbrämten tyrannischen Regimes, das Folter, Hinrichtung, Steinigung wie kaum in einem anderen Land der Welt nach wie vor praktiziert“, heißt es in der Jurybegründung anlässlich der Zuerkennung des Preises.

Renate Welsh-Rabady wurde 1937 in Wien geboren und absolvierte Studien der Dolmetsch- und Staatswissenschaften. Ab 1969 veröffentlichte sie zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, die mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden, u.a. 1995 mit dem Österreichischen Würdigungspreis für das Gesamtwerk. 2016 erhielt sie den Preis der Stadt Wien für Literatur. Zu ihren Werken zählen u.a. „Ülkü, das fremde Mädchen“ (1973) und „Sarah spinnt Geschichten“ (2014) sowie etliche Hörspiele, Übersetzungen und Sammelbände, darunter „Erzählungen aus Afrika“ (1980) oder „Die Gedanken sind frei. Geschichten von und über Freiheit“ (1990).

In der Jurybegründung heißt es: „Damit wird der bestimmende Aspekt ihres gesamten, äußerst umfangreichen und unterschiedliche Genres umfassenden Werkes in den Mittelpunkt gerückt - das von hoher sozialkritischer Sensibilität und von humanistischem Engagement geprägte Ethos ihrer Haltung und ihres Schreibens.“

Mit dem Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil werden sowohl die literarische Qualität, als auch die Haltung und das Schicksal der Preisträger gewürdigt. Er wird seit 2001 alljährlich verliehen. Bisherige Preisträger waren u.a. Ruth Klüger, Elazar Benyoetz, Fred Wander, Milo Dor und im Vorjahr Hazel Rosenstrauch. Gleich zwei Preisträger in einem Jahr gab es zuvor bereits fünf Mal, zuletzt 2013 mit Margit Bartfeld-Feller und Manfred Wieninger und 2016 mit Stefan Horvath und Gerhard Scheit. Im Anschluss an die Preisverleihung am 9. September sind Lesungen von Nahid Bagheri-Goldschmied und Renate Welsh-Rabady geplant, darunter im Literaturhaus Salzburg (12.9.), im StifterHaus Linz (14.9.) und im Psychosozialen Zentrum ESRA in Wien (25.9).




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