Letztes Update am So, 02.07.2017 07:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1: Expertin über Vettel-Aktion: „Typisches Kräftemessen“



Wien (APA) - Am Montag findet eine Verhandlung des Automobil-Weltverbands FIA um den Rempler von Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton beim Formel-1-Grand-Prix von Aserbaidschan in Baku statt. Vettel habe bei der Aktion eindeutiges „Wettkampfverhalten gezeigt, zwei Alphatierchen prallten aufeinander, das war typisches Kräftemessen“, sagte ÖTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

„Es ging darum, Dominanz zu zeigen und die Rangordnung wiederherzustellen“, konstatierte die Expertin. Dabei sei Vettel die Kontrolle entglitten. Der Deutsche ist bekanntlich in dieser Hinsicht schon mehrmals auffällig geworden. Von einem Formel-1-Piloten sollte man sich mehr erwarten können. Aber er habe versucht, „die Schwächen des anderen auszunützen und ihn zu reizen“.

Während einer Safety-Car-Phase war Vettel beim Rennen vergangenen Sonntag offenbar mit voller Absicht den Wagen seines Konkurrenten seitlich touchiert hatte. In Interviews gab der Ferrari-Fahrer wiederholt zu Protokoll, Hamilton hätte ein Bremsmanöver durchgeführt. Nach Analyse der Daten teilte die FIA aber mit, dass der Mercedes-Pilot seine Geschwindigkeit nicht wesentlich verringert hatte.

„Fans werden ihm diese Aktion nicht ankreiden“, meinte Seidenberger. Sie würden das auch nicht kritisch hinterfragen. „Gegner wiederum fühlen sich bestätigt.“ Jugendliche jedoch könnten der Meinung sein, „das muss so sein, der ist super und hat damit einen Erfolg eingefahren“, warnte Seidenberger. Für Jugendliche sind „ihre Stars, beispielsweise Sportler, Musiker oder auch YouTube in ihren Handlungen oder dem Verhalten perfekt, da wird nicht viel kritisch hinterfragt“, sagte die Verkehrspsychologin.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Im normalen Straßenverkehr gelte Vettel mit seiner Aktion weniger als Vorbild, die Menschen wüssten, dass dabei „die Unfallgefahr zu hoch ist und viel beschädigt werden kann“. Ein geringer Prozentsatz reagiere bereits jetzt „aggressiv und will bei solchen Vorfällen Rache“. Immer wieder kommt es auch in Österreich zu gewalttätigen Streitereien im Straßenverkehr. „Manche fühlen sich gleich beleidigt, beziehen alles stark auf sich, reflektieren nicht“, sagte Seidenberger. „Aber Fehler passieren“, betonte die Verkehrspsychologin.




Kommentieren