Letztes Update am Mo, 03.07.2017 00:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutscher Außenminister reist wegen Katar-Krise in die Golfregion



Berlin (APA/AFP) - Wegen des Konflikts von Saudi-Arabien und mehreren anderen arabischen Staaten mit Katar reist der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel am Montag in die Golfregion. Dort will er für einen Dialog werben, wie er am Montag in Berlin erklärte. „Seit mehreren Wochen stehen sich Bruder- und Nachbarstaaten auf der arabischen Halbinsel in einem besorgniserregenden Konflikt gegenüber.“

Er mache sich Sorgen, „dass Misstrauen und Uneinigkeit letztlich alle Seiten und die Golf-Halbinsel als ganze schwächen könnten“. Gabriel machte deutlich, dass Deutschland „weder auf der einen, noch der anderen Seite“ stehe. „Aber: Der Konflikt am Golf geht nicht nur die an, die dort miteinander im Zwist liegen, sondern betrifft auch uns und unsere Interessen“, fügte Gabriel hinzu.

Dies gelte für den Kampf gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS), „aber auch für die Stabilität einer Region, die von Krisen, Spannungen und Krieg schwer gezeichnet ist“. Der Golfkooperationsrat, dem die Konfliktparteien angehören, müsse daher „ein starkes Forum der Zusammenarbeit und Konfliktlösung werden“.

Gabriel unterstützte ausdrücklich die Vermittlungsbemühungen des Emirs von Kuwait. „Denn was es jetzt braucht, ist ein ernsthafter Dialog zwischen den Beteiligten, um konstruktive Lösungsansätze durch Verhandlungen zu entwickeln“, mahnte der Außenminister. Dazu müssten „alle beitragen und zeigen, dass sie bereit sind, sich mit der Position der anderen Seite auseinanderzusetzen“. Dies werde auch vor Ort seine Botschaft sein.

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den gasreichen Wüstenstaat verhängt. Sie werfen Katar die Unterstützung von Terror-Gruppen vor.

Dazu erklärte Gabriel, die „Finanzierung von Terrororganisationen und Extremisten - durch wen und von wo auch immer - zu unterbinden, das ist nach unserer Überzeugung dringend geboten: ohne Wenn und Aber, praktikabel und transparent“. „Wenn es gelänge, dafür bessere Mechanismen zu entwickeln, dann könnte diese Krise am Ende sogar zukünftig unsere Instrumente im Kampf gegen den Terrorismus stärken“, warb der Minister. „Aber dafür braucht es guten Willen, Deeskalation und Dialog auf allen Seiten.“

Katars Gegner hatten am 22. Juni eine Liste mit 13 ultimativen Forderungen an Doha vorgelegt, darunter auch die Schließung des Senders Al Jazeera. Katar wertet die Forderungen als unannehmbar. Am Sonntag lief die Frist zu Annahme der Forderungen aus. Katar wollte seine Antwort am Montag dem Emir von Kuwait überbringen. Die Außenminister Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten haben für Mittwoch ein Treffen zur Beratung über weitere Schritte angekündigt.

Zum genauen Ablauf von Gabriels Reise wollte sich das Auswärtige Amt in Berlin zunächst nicht äußern. Seine erste Station ist die saudiarabische Hafenstadt Jeddah.




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