Letztes Update am Mo, 03.07.2017 13:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wifo: Austro-Aufschwung könnte weiter Tempo erhöhen und länger dauern



Wien (APA) - Der Aufschwung in Österreich könnte diesmal länger als sonst üblich anhalten - und sich sogar noch weiter beschleunigen. Dies sagte am Montag Wifo-Experte Marcus Scheiblecker. Die Zeichen stünden gut, dass einer weiteren Beschleunigung der Wirtschaft in Österreich wenig im Wege steht, meinte der Vize-Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts in einer Aussendung.

Derzeit lägen im Euroraum wirtschaftspolitische Bedingungen vor, die für einen längeren Aufschwung als üblich sprächen. Die Geldpolitik habe bisher noch keine restriktiven Schritte gesetzt - üblicherweise habe sie dies schon in sehr frühen Phasen des Aufschwungs getan. Die EZB lasse noch keine Anzeichen einer geldpolitischen Kehrtwende erkennen.

Auch seitens der Fiskalpolitik seien keine Anzeichen einer bremsenden Wirkung erkennbar, verwies der Experte auf die öffentlichen Haushalte des Euroraumes. Auch für Österreich seien keine dämpfenden Schritte der Fiskalpolitik zu sehen.

Während sich im Euroraum noch kein Ende der Aufschwungphase abzeichne, scheine in den USA der Höhepunkt bereits erreicht, so Scheiblecker. Aktuell scheine die Wahrscheinlichkeit, dass der Euroraum oder auch Österreich einer Rezession in den USA folgen würden, deutlich geringer zu sein als 2008. Die Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung des Aufschwungs bzw. einer Verstärkung der Dynamik scheine daher deutlich höher zu sein als ein unmittelbar bevorstehender Abschwung aufgrund einer Rezession in den USA.

Vorigen Donnerstag hat das Wifo in der neuen vierteljährlichen Vorschau die BIP-Prognose für heuer von 2,0 Prozent im März auf nun 2,4 Prozent angehoben - und auch das Institut für Höhere Studien (IHS) ist mit 2,2 Prozent Wachstumserwartung für 2017 viel optimistischer als im Frühjahr, als man lediglich 1,7 Prozent Plus vorhergesagt hatte. Für 2018 hat das Wifo die Prognose für das reale BIP-Plus in Österreich von 1,8 auf 2,0 Prozent erhöht, das IHS von 1,5 auf 1,7 Prozent. Voriges Jahr ist die heimische Wirtschaft nach Einschätzung beider Institute um 1,5 Prozent gewachsen.




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