Letztes Update am Mo, 03.07.2017 17:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Türkei kritisiert Auftrittsverbot für Erdogan in Deutschland



Ankara/Berlin (APA/dpa) - Die türkische Führung hat das Auftrittsverbot für Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Rande des G-20 Gipfels in Hamburg scharf kritisiert. In Deutschland werde vor allem vor den Bundestagswahlen versucht, aus „Erdoganfeindlichkeit politischen Profit zu schlagen“, sagte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin am Montag in der Hauptstadt Ankara.

Auch wenn Erdogan davon abgehalten werde, sich mit türkischen Staatsbürgern in Deutschland zu treffen, könne das „Herzensband“ zu ihnen nicht zerrissen werden, fügte Kalin hinzu. „Wir werden an anderen Orten, zu verschiedenen Zeiten und auf unterschiedliche Weise auch weiterhin immer mit ihnen sein. Daran soll keiner zweifeln.“

Der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus warf Deutschland vor, Spannungen mit der Türkei zu schaffen. Das sei schon während der Kampagne fürs Referendum über ein Präsidialsystem so gewesen. „Leider nutzen manche deutschen Politiker die Türkeifeindlichkeit und vor allem die Erdoganfeindlichkeit als Mittel für ihre eigene Innenpolitik“, sagte er.

Erdogan wird an diesem Freitag als Teilnehmer des G-20-Gipfels in Hamburg erwartet. Einen öffentlichen Auftritt des türkischen Präsidenten vor Landsleuten in Deutschland während dieser Reise hatte die Bundesregierung jedoch abgelehnt. Am Montag machte sie zudem klar, dass auch ein Auftritt in einem türkischen Konsulat nicht akzeptiert werde.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.




Kommentieren