Letztes Update am Mo, 03.07.2017 18:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Diskussion um Beisetzung von Simone Veil im Pantheon



Paris (APA) - Nach dem Tod von Simone Veil mit 89 Jahren am 30. Juni haben zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Kultur sowie einfache Bürger mehrere Aufrufe gestartet, die ehemalige EU-Parlamentspräsidentin und Holocaust-Überlebende im Pantheon beizusetzen. Das berichtet die französische Presse am Montag.

Simone Veil, die sich als glühende Verfechterin Europas und Vorkämpferin der Frauenrechte hervortat, könnte sich damit an der Seite anderer illustrer Franzosen wie Alexandre Dumas, Victor Hugo, Jean Moulin, Jean-Jacques Rousseau, Voltaire oder Emile Zola im Pantheon, der nationalen Ruhmeshalle, wiederfinden. Mehrere Online-Petitionen wurden bereits gestartet, eine von ihnen richtet sich mit 160.000 Unterschriften an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Die Beisetzung ins Pantheon unterliegt einem strikten Protokoll: Die Beisetzung ist eine der höchsten Auszeichnungen durch die französische Nation, daher braucht sie breite politische Zustimmung, sowie die Einwilligung des französischen Präsidenten.

Nichts kann aber ohne die Erlaubnis der Angehörigen entschieden werden, die sich gegen die Beisetzung im Pantheon ausgesprochen haben. In einem Gespräch mit dem Fernsehsender Europe 1 erklärten Simone Veils Enkelinnen Deborah und Valentine am Sonntag, dass die Aufnahme ihrer Großmutter ins Pantheon nicht „auf der Tagesordnung steht“: „Ich persönlich denke, dass meine Großeltern nicht sehr glücklich wären, nach 65 gemeinsamen Jahren getrennt zu werden.“ meinte Deborah. Daher sei die Beisetzung der ehemaligen Ministerin auf dem Pariser Friedhof Montparnasse bei ihrem langjährigen Ehemann Antoine Veil vorgesehen, der im April 2013 verstorben war. Die offizielle Trauerfeier soll am Mittwoch im Pariser Invalidendom stattfinden.

Anstelle der Beisetzung im Pantheon besteht zudem die Möglichkeit, eine Gedenktafel in der Ruhmeshalle für Simone Veil anzubringen, wie für den Schriftsteller und Politiker Aime Cesaire.




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