Letztes Update am Di, 04.07.2017 03:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland kritisiert Trumps Handels- und Klimapolitik



Berlin/Washington (APA/dpa) - Kurz vor dem Hamburger G20-Gipfel geht Russland in der Klima- und Handelspolitik auf Distanz zu den USA. „Russland hat nicht vor, den Pariser Klimavertrag zu verlassen oder in irgendeiner Weise die Verpflichtungen infrage zu stellen, die wir übernommen haben. Der Vertrag ist unterschrieben, er ist in Kraft“, sagte G20-Chefunterhändlerin Swetlana Lukasch der Funke Mediengruppe (Dienstag).

„Wir sind überzeugt, dass Russland zu den Führern des Klimaschutzes gehört, weil wir schon unsere Vorgaben im Rahmen des Kyoto-Protokolls übererfüllen“, betonte Lukasch. Unter Präsident Donald Trump hatten die USA - nach China weltweit der zweitgrößte CO2-Verursacher - ihren Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Lukasch nannte dies „bedauerlich“. Mit dem Regelwerk will die Weltgemeinschaft die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad halten im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter.

Kritische Worte fand Lukasch auch für die Handelspolitik der US-Regierung. „Wir sind überzeugt, dass Protektionismus am Ende nur die Bereiche und Entwicklungen hemmt, zu deren Schutz solche Maßnahmen getroffen werden“, sagte sie. „Ich denke, auch die amerikanische Regierung wird auf den Weg zum freien internationalen Handel zurückkehren.“

Die deutsche Bundeskanzlerin und Gipfel-Gastgeberin Angela Merkel hatte Trumps Klima- und Handelspolitik ebenfalls mehrfach deutlich kritisiert, ohne seinen Namen zu nennen.




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