Letztes Update am Di, 04.07.2017 12:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vorarlberg erarbeitet Konzept zur räumlichen Entwicklung



Bregenz (APA) - Die Vorarlberger Landesregierung lässt unter dem Titel „Raumbild Vorarlberg 2030“ ein Raumplanungskonzept erarbeiten. Das Leitbild soll insbesondere Ziele für die Entwicklung des gemeinsamen Lebensraums Vorarlberg definieren, erklärten am Dienstag Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrat Karlheinz Rüdisser (beide ÖVP). Ein Beschluss eines Raumbilds für Vorarlberg könnte Anfang 2019 erfolgen.

Die beiden Politiker machten anhand ihrer Schilderungen die Notwendigkeit eines solchen Raumbilds deutlich. Seit 1996 ist die Bevölkerung in Vorarlberg von rund 343.000 auf nunmehr 390.000 Personen angewachsen, auch die Wirtschaft entwickelte sich dynamisch. Das lässt sich anhand von 30.000 neuen Arbeitsplätzen belegen, die in den vergangenen 20 Jahren geschaffen wurden. Dabei sei der zur Verfügung stehende Raum im Wesentlichen immer derselbe geblieben, sagte Rüdisser. Interessen- und Nutzungskonflikte sind die Folge.

Es sei absehbar, dass diese Entwicklung auch in den nächsten Jahren anhalte, unterstrich Wallner. Schon allein der Topografie sei geschuldet, „dass jeder Quadratmeter Grund und Boden Ansprüchen ausgesetzt ist“, so der Landeshauptmann. Was den meisten Vorarlberger Gemeinden bereits zur Verfügung stehe, nämlich ein räumliches Entwicklungskonzept, werde nun auch landesweit erarbeitet. Das Raumbild werde sowohl ein landespolitisches Leitbild für Entscheidungen mit räumlicher Bedeutung sein als auch einen strategischen Handlungsrahmen für die Raumplanung des Landes darstellen. Mit einer Gesamtsicht auf den Lebensraum Vorarlberg soll ein bestmögliches Gleichgewicht zwischen den vielzähligen Interessen gefunden werden.

Das Büro Rosinak&Partner wird das Land im Hinblick auf die vier Kernthemen „Freiraum und Landwirtschaft“, „Siedlung und Mobilität“, „Wirtschaftsraum und Tourismus“ sowie „regionale Zusammenarbeit“ unter die Lupe nehmen. Im Frühjahr 2018 werden die Regionen, Gemeinden und Interessensgruppen im Rahmen einer „Raumbildkonferenz“ in den Prozess einbezogen, ehe im Frühsommer nächsten Jahres auch der breiten Öffentlichkeit eine Teilnahmemöglichkeit eingeräumt wird.

„Die Interessenslagen einzelner Gruppen sind in den letzten Monaten bereits zum Ausdruck gebracht worden“, sagte Wolfgang Pfefferkorn von Rosinak&Partner. Für den Interessensausgleich sei eine Raumbildkonferenz vielversprechend. Rüdisser zeigte sich optimistisch, dass es gelingen werde, die Differenzen zu überbrücken.




Kommentieren