Letztes Update am Di, 04.07.2017 14:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Saudi-Arabien erlaubt iranische Konsulate während des Hadsch



Teheran/Riad/Mekka (APA/AFP) - Saudi-Arabien will dem Iran erlauben, während der anstehenden islamischen Pilgerfahrt Hadsch vorübergehend Konsulate im Königreich zu eröffnen. Das iranische Außenministerium teilte am Dienstag mit, iranische Konsularbeamte würden in Jeddah, Mekka und Medina den iranischen Pilgern zu Diensten stehen.

Die beiden verfeindeten Regionalmächte unterhalten seit Jänner 2016 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Riad hatte die Beziehungen abgebrochen, nachdem iranische Demonstranten bei einer Protestkundgebung gegen die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien seine Botschaft in Teheran angegriffen hatten. Bereits zuvor hatte ein Unglück bei dem Hadsch die Spannungen angeheizt. Bis zu 2300 Gläubige waren bei einer Massenpanik zu Tode gekommen, darunter 464 Iraner.

Der Iran hatte Riad, das für die Organisation der Pilgerreise zuständig ist, für die tödliche Massenpanik mitverantwortlich gemacht und Änderungen bei den Sicherheitsvorkehrungen gefordert. Da den beiden Ländern keine Einigung gelang, konnten iranische Pilger erstmals seit Jahren nicht an dem Hadsch teilnehmen. Zur diesjährigen Pilgerfahrt im September werden rund 60.000 Iraner in Mekka und Medina erwartet.




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