Letztes Update am Di, 04.07.2017 14:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Trotz Rückgangs im Juni insgesamt mehr Autos auf deutschen Straßen



Berlin (APA/AFP/dpa) - In Deutschland sind im ersten Halbjahr 2017 mehr Autos zugelassen worden als im Vorjahreszeitraum. Die Neuzulassungen stiegen um 3 Prozent, auf gut 1,7 Millionen Autos, gab der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Berlin bekannt. Betrachtet man den Juni alleine, so sank die Zahl der Auto-Neuzulassungen um 3 Prozent.

Das Wachstum im Halbjahr ging fast nur auf das Konto nicht-deutscher Marken. Diese steigerten ihren Anteil um elf Prozent auf 548.600 Autos, während der Anteil der deutschen Hersteller an den Neuzulassungen bei 1,2 Millionen stagnierte.

Die Zahl der Auto-Neuzulassungen ging im Juni auf 327.800 Autos zurück - ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Berlin mit. Im gesamten ersten Halbjahr 2017 legten die Zulassungszahlen allerdings um drei Prozent auf die mehr als 1,7 Millionen zu.

Dem Kraftfahrtbundesamt zufolge ging die Zahl der Neuzulassungen von dieselbetriebenen Autos im ersten Halbjahr um rund neun Prozent zurück. Benziner legten um knapp zwölf Prozent zu. Gleichzeitig verzeichneten Pkw mit alternativen Antriebsarten zwei- bis dreistellige Zuwachsraten.

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Die Unternehmensberatung EY erklärte den Rückgang der Verkaufszahlen im Juni auch mit einem Kalendereffekt: Der Juni 2017 hatte wegen Pfingsten zwei Verkaufstage weniger als der Vorjahresmonat. Kalenderbereinigt ergebe sich ein Absatzwachstum von zehn Prozent.

Mit Blick auf hohe Abgaswerte räumte VDA-Präsident Matthias Wissmann ein, dass der Ruf des Dieselmotors „zweifelsohne gelitten“ habe. Zu dieser Entwicklung habe die Industrie beigetragen, da „mancherorts schwerwiegende Fehler passiert“ seien. „Die Situation, in der sich die Branche heute befindet, sowie die vielen Unsicherheiten rund um den Diesel gehen auch auf das Konto von Automobilunternehmen.“

Wissmann kritisierte aber auch eine „Schwarz-Weiß-Malerei“ in Öffentlichkeit und Politik. Die Branche bemühe sich derzeit, „gemeinsam mit der Politik“ Konzepte zu entwickeln, um Fahrverbote zu vermeiden und die Luftqualität in den deutschen Städten zu verbessern. Erforderlich seien „wirkungsvolle Paketlösungen“.

Ungeachtet der Dieseldebatte seien die Perspektiven für das Gesamtjahr 2017 „ordentlich“, erklärte Wissmann. Er erwarte, dass der deutsche Automarkt mit 3,35 Millionen Neuzulassungen „sein hohes Niveau halten wird“.

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Automobilbranche ist laut VDA mit 812.000 Menschen die höchste seit 26 Jahren. Allerdings lägen Produktion und Export leicht unter dem hohen Vorjahresniveau. Dies sei zwar kein Grund zu Pessimismus, zeige aber, dass an der Wettbewerbsfähigkeit des Automobilstandorts Deutschland weiter gearbeitet werden müsse, sagte Wissmann.

Im vergangenen Jahr produzierte die deutsche Automobilindustrie 15,8 Millionen Autos, davon 10,1 Millionen im Ausland. Allein in China seien vier Millionen Pkw deutscher Marken von den Bändern gelaufen, in den USA 850.000. Für heuer erwarte der Verband einen Anstieg der Auslandsproduktion auf 10,4 Millionen Autos.




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