Letztes Update am Mi, 05.07.2017 10:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sieben Murkraftwerks-Gegner in Graz vor Gericht



Graz (APA/AP) - Im Grazer Straflandesgericht sind am Mittwoch sieben Gegner des derzeit in Graz in Bau befindlichen Murkraftwerks vor Gericht gestanden. Sie sollen im Februar so heftig an einem Zaun, der das Baugelände abschirmte, gerüttelt haben, dass dieser umfiel und beschädigt wurde. Dabei soll auch ein Security-Mitarbeiter an einer Hand verletzt worden sein.

Vor dem Gericht versammelte sich in der Früh eine kleine Gruppe Sympathisanten, die die Beschuldigten begleiteten. Die sieben Angeklagten im Alter von 28 bis 47 Jahre sind bis auf einen alle mehr oder weniger ohne Beschäftigung und haben nicht mehr als 500 Euro Einkommen. Sie müssen sich wegen Nötigung, schwerer Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten.

Als heuer im Februar die Arbeiten am Murkraftwerk mit der Rohdung von Bäumen am Ufer begannen, kamen über einen Aufruf auf Facebook rund 100 Personen am Baugelände zusammen „und warfen Steine gegen den Bagger“, beschrieb es Staatsanwältin Cornelia Koller. Dann sollen sie am Zaun gerüttelt haben, bis dieser umfiel und „das Gelände gestürmt wurde.“

Vor Gericht gaben die Beschuldigten zu, am Zaun gerüttelt zu haben, die Verletzung des Security-Mitarbeiters sei aber passiert, „weil er patschert in den Zaun gegriffen hat“, meinte eine der Verteidigerinnen. Eine andere Anwältin betonte, das wäre nicht passiert, wenn er Handschuhe getragen hätte.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

„Haben Sie gegen das Gitter gedrückt?“, fragte Richterin Michaela Lapanje eine der Angeklagten, eine Studentin. „Ich habe schon gedrückt“, gab die Befragte zu, sie habe aber „gar nichts gedacht, nur gesehen, dass die Bagger schon zu arbeiten beginnen“. Eine andere Beschuldigte meinte auf die Frage, ob sie daraus etwas gelernt habe: „Ich werde mein Demonstrationsrecht weiter ausüben.“




Kommentieren