Letztes Update am Mi, 05.07.2017 14:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Baby Charlie - Britischer Außenminister Johnson in Kontakt mit Alfano



Rom/Vatikanstadt (APA) - Der britische Außenminister Boris Johnson hat am Mittwoch mit seinem italienischen Amtskollegen Angelino Alfano telefoniert und bestätigt, dass das unheilbar kranke britische Baby Charlie nicht in das vatikanische Kinderkrankenhaus „Bambino Gesu“ gebracht werden könne. Er verwies dabei auf „rechtliche Gründe“, berichtete das Außenministerium in Rom.

Johnson habe sich über das Angebot des römischen Kinderkrankenhauses dankbar gezeigt, Baby Charlie müsse jedoch im Londoner „Great Ormond Street Hospital“ bleiben, berichtete das Außenministerium in einer Presseaussendung. Die Leitung des Spitals hatte bereits am Dienstag der Chefin des „Bambino Gesu“, Mariella Enoc, erklärt, dass das Kind aus rechtlichen Gründen nicht in die vatikanische Einrichtung gebracht werden könne. „Das ist sehr traurig“, betonte Enoc, die mit der Mutter des Babys in Kontakt ist.

„Wir wissen nicht, ob wir eine Therapie für Baby Charlie finden können. Unsere Mediziner werden das Thema vertiefen und sich direkt mit der Familie des Kindes in Verbindung setzen“, so Enoc laut italienischen Medien. Das „Bambino Gesu“ gilt als eines der besten Kinderkrankenhäuser der Welt.

In dem Fall ist bereits höchstrichterlich entschieden worden: Die Maschinen, die das Baby am Leben erhalten, sollen bald abgeschaltet werden. Der zehn Monate alte Bub leidet an einer seltenen genetischen Erkrankung und liegt mit irreversiblen Gehirnschäden in dem Krankenhaus in London. Seine Eltern wollten das Kind für eine experimentelle Therapie in die USA bringen. Die behandelnden Ärzte sind aber überzeugt, dass die Behandlung nicht helfen würde. Sie forderten deshalb, die Therapien einstellen zu dürfen, weil sie fürchten, dass der Bub unnötig leidet.




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