Letztes Update am Mi, 05.07.2017 16:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Baku: Frau und Kind bei Gefechten um Berg-Karabach getötet



Eriwan/Baku (APA) - Beim Verstoß gegen eine Waffenruhe im Konfliktgebiet Berg-Karabach im Südkaukasus sind nach Angaben aus Aserbaidschan eine Frau und ein zweijähriges Kind getötet worden. Das Außenministerium in Baku machte am Mittwoch das armenische Militär dafür verantwortlich und warf Armenien einen Verstoß gegen das Völkerrecht vor.

Demnach sollen armenische Truppen das Feuer auf eine Siedlung im besetzten Grenzgebiet zu Berg-Karabach eröffnet haben. Das Außenamt in der armenischen Hauptstadt Eriwan sprach indes von einer Provokation durch die aserbaidschanischen Streitkräfte. Die proarmenischen Behörden des von Baku abtrünnigen Berg-Karabach warfen Aserbaidschan vor, schwere Geschütze in ein Siedlungsgebiet verlegt zu haben und so Zivilisten als „menschliche Schutzschilde“ zu missbrauchen. Baku dementierte dies. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die in dem Konflikt vermittelt, rief zu einer Deeskalation auf.

Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Das Gebiet wird überwiegend von Armeniern bewohnt. Es hatte sich in den 1990er-Jahren in einem Krieg von Baku losgesagt und angrenzende aserbaidschanische Gebiete erobert. Trotz einer seit 1994 geltenden Waffenruhe wird an der schwer befestigten Front regelmäßig gekämpft. Im April 2016 waren bei Gefechten rund 120 Menschen getötet worden.

~ WEB http://www.osce.org/ ~ APA409 2017-07-05/16:18




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