Letztes Update am Mi, 05.07.2017 18:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt etwas leichter



Zürich (APA/dpa-AFX) - Am Schweizer Aktienmarkt haben die Kursverluste bei Novartis, Roche und Nestlé den Handel am Mittwoch geprägt. Sie setzten vor allem den Leitindex SMI unter Druck, der sich damit einen weiteren Schritt von der 9.000er-Marke entfernte. Das Minus hielt sich jedoch in einem an Impulsen armen Geschäft in Grenzen. Etwas Halt gaben dem Index einige zyklische Werte sowie Aktien aus dem Finanzsektor.

Die Anleger warteten auf richtungsweisende Neuigkeiten und hielten sich vor der Veröffentlichung des Protokolls zur jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank an der Seitenlinie, sagten Händler. Von den Erläuterungen des Fed erhoffen sie sich mehr Klarheit zum weiteren Verlauf in der US-Geldpolitik. Derzeit stelle sich die Frage, ob in den USA in diesem Jahr noch mit einer weiteren Zinserhöhung zu rechnen sei, so ein Ökonom.

Bis Börsenschluss verlor der Swiss Market Index (SMI) 0,19 Prozent auf 8.954,10 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, stieg dagegen um 0,05 Prozent auf 1.420,73 Punkte. Der breite Swiss Performance Index (SPI) büßte hingegen 0,08 Prozent auf 10.180,57 Punkte ein.

Die Schwergewichte belasteten den SMI mit einem Abschlag von rund 40 Punkten. Dabei verloren die Aktien von Nestlé mit 0,8 Prozent auf 82,40 Franken am deutlichsten. Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns gelten allerdings nach wie vor als hoch bewertet, auch wenn sich ihr Kurs in den vergangenen Tagen vom Rekordhoch bei 86 Franken entfernten. Die Roche-Genussscheine gaben um 0,4 Prozent nach. Angesichts zum Teil durchwachsener Studienergebnisse mache sich bei einigen Marktteilnehmern vor dem bald anstehenden Zwischenbericht Nervosität breit, hieß es.

Auch für die Novartis-Titel (-0,3 Prozent auf 80,15 Franken) ging es abwärts. Seit dem Erreichen des Jahreshochs von 84,35 Franken vor knapp zwei Wochen haben sie 5 Prozent an Wert verloren. Am Mittwoch senkten die Analysten der Credit Suisse ihre Einschätzung für die Aktie auf „Underperform“. Sie sehen den Pharmakonzern trotz jüngster Erfolgsmeldungen noch auf Jahre hinaus in einer Übergangsphase. Diese werde noch bis 2020 dauern, hieß es. Bis dahin werde Novartis rund 7 Milliarden US-Dollar Umsatz an Hersteller von Nachahmer-Mitteln verlieren.

Mit deutlicheren Kursverlusten fielen unter den Standardwerten Lindt & Sprüngli (-1,1 Prozent) und Clariant (-1,0 Prozent) auf. Letztere hatten am Vortag gut 3 Prozent an Wert gewonnen, nachdem bekannt geworden war, dass sich Großaktionär White Tale gegen die geplante Fusion mit dem etwa gleich großen US-Mitbewerber Huntsman stellen will. Damit sei die Chance auf eine Gegenofferte gestiegen, hieß es.

Auf der Gegenseite erholten sich die Aktien des Uhrenherstellers Swatch (+1,1 Prozent) von den Kursverlusten der vergangenen Wochen. Zu den größten Gewinnern zählten auch Sika (+1,4 Prozent), Aryzta und Lonza (je +0,9 Prozent). Nach oben ging es auch für die Aktien der Bank Julius Bär (+0,9 Prozent), Partners Group (+0,8 Prozent) und Zurich Insurance (+0,4 Prozent). Der Versicherer Zurich bleibt Medienberichten zufolge mit zwei weiteren Interessenten im Bieterrennen um das zum Verkauf stehende „Wealth Australia“-Geschäft der Australia & New Zealand Banking Group. Der Preis für die Einheit dürfte etwa bei 4 Milliarden australischen Dollar liegen.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA484 2017-07-05/18:30




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