Letztes Update am Mi, 05.07.2017 19:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Israelische Abgeordnete sollen Zugang zum Tempelberg erhalten



Jerusalem (APA/AFP) - Israelische Abgeordnete sollen vorübergehend Zugang zum Jerusalemer Tempelberg erhalten. Das Justizministerium kündigte am Mittwoch an, das seit fast zwei Jahren bestehende Verbot werde vom 23. Juli an für fünf Tage aufgehoben.

Diese Entscheidung sei eine vorläufige Antwort auf die Eingabe, die der Abgeordnete Jehuda Glick beim Obersten Gerichtshof gegen das Besuchsverbot eingereicht hatte. Glick gehört der regierenden Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu an.

Der Tempelberg ist die drittheiligste Stätte des Islam und die heiligste des Judentums. Der Streit um Zugangsrechte zum Tempelberg sorgt immer wieder für Spannungen. Juden dürfen das Gelände grundsätzlich betreten, aber nicht dort beten.

Besuche von israelischen Politikern auf dem Tempelberg lösten wiederholt gewalttätige Proteste aus. Die Palästinenser fürchten, dass Israel seinen Zugriff auf den Tempelberg verstärken könnte. Seit der Besetzung Ost-Jerusalems durch die israelische Armee 1967 steht das Plateau über der jüdischen Klagemauer unter Verwaltung einer jordanischen Stiftung. Auf dem Plateau stehen die Al-Aksa-Moschee und der islamische Felsendom.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Laut dem israelischen Justizministerium soll Glicks Eingabe durch die Entscheidung für die vorübergehende Zugangsberechtigung von Abgeordneten eine Entscheidung des Verfassungsgerichts überflüssig machen. Ein Sprecher Glicks sagte aber, dieser finde die Entscheidung des Justizministeriums „befremdlich“. Schon bevor Glick ins Parlament gewählt wurde, machte er sich für jüdische Zugangsrechte zum Tempelberg stark. Er überlebte einen Mordanschlag eines Palästinensers.




Kommentieren