Letztes Update am Do, 06.07.2017 08:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pro Asyl fordert: Deutschland muss mehr Flüchtlinge aus Italien holen



Berlin (APA/dpa) - Pro Asyl hat die deutsche Bundesregierung aufgefordert, mehr Flüchtlinge aus Italien zu übernehmen. „Hier stehen Unterkünfte leer, dort leben Menschen auf der Straße. Aus Italien muss die Ausreise in Staaten wie Deutschland ermöglicht werden“, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt am Donnerstag vor einem Treffen der EU-Innen- und Justizminister in Estland.

Es sei „absurd, dass in dieser Situation Deutschland noch prüft, Flüchtlinge nach Italien zurückschicken zu können“. Die Flüchtlingsrechtsorganisation forderte Deutschland und die anderen EU-Staaten auf, den Flüchtlingen zur Seite zu stehen und ihre Menschenwürde zu schützen.

In diesem Jahr haben bereits mehr als 85.000 Flüchtlinge und illegale Migranten die Küsten Italiens erreicht. Die Regierung in Rom droht, ihre Häfen für Rettungsschiffe von Nichtregierungsorganisationen zu sperren. Im estnischen Tallinn sollen die Minister auch über einen „Aktionsplan“ zur Entlastung Italiens beraten, der auch eine Stärkung der libyschen Küstenwache vorsieht.

Pro Asyl erklärte, die aus Seenot geretteten Menschen würden von der libyschen Küstenwache zurück nach Libyen verfrachtet. Dort herrschten menschenunwürdige Zustände. Pro Asyl forderte, Flüchtlinge müssten im nächstgelegenen sicheren Hafen an Land gebracht werden. Dies sei in der Regel Malta oder das italienische Lampedusa. Von dort sollten sie in andere EU-Staaten weiterreisen dürfen. Der Gründer der deutschen Nichtregierungsorganisation Mission Lifeline, Axel Steier, sagte, die libysche Küstenwache sei verantwortlich für Schüsse auf zivile Schiffe und Dutzende Tote.




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