Letztes Update am Do, 06.07.2017 12:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Block 2 im AKW Dukovany erhielt Betriebslizenz auf unbestimmte Zeit



Prag (APA) - Die tschechische Atomaufsichtsbehörde (SUJB) hat eine neue Betriebslizenz für den Reaktorblock 2 des südmährischen Atomkraftwerks Dukovany erteilt, wie die SUJB mitteilte. Wie schon im Fall des Reaktorblocks 1 im vergangenen Jahr, gilt die neue Lizenz auf unbestimmte Zeit. Zuvor hatte die Atomaufsichtsbehörde die Lizenzen nur für zehn Jahre erteilt.

Das Atomkraftwerk Dukovany hat insgesamt vier Reaktorblöcke. Die zehnjährige Lizenz für die Blöcke 3 und 4 läuft heuer ab. Laut dem Direktor des AKWs Milos Stepanovsky sind die Arbeiten in den Blöcken 3 und 4 „sehr intensiv“. Er gehe davon aus, dass sie eine neue Betriebsgenehmigung erhalten werden.

Die Reaktorblöcke in Dukovany waren 1985 in Betrieb genommen worden. Die Gesamtleistung des Kraftwerkes beträgt 2.040 Megawatt, mit dieser Leistung deckt es rund ein Fünftel des Stromverbrauches in Tschechien.

Tschechien plant den Ausbau der beiden Atomkraftwerke Dukovany und Temelin. Entsprechende Entscheidung wurden aber noch nicht gefällt. Der Wirtschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses hat am Dienstag die Regierung aufgefordert, „unverzüglich und intensiv“ den Aufbau von neuen Blöcken in Dukovany und Temelin vorzubereiten.

Das Land NÖ kritisierte die Entscheidung der Atomaufsichtsbehörde und sprach sich für einen Atomausstieg aus. „Als benachbartes Bundesland ist es erschütternd, dass wir in diese Entscheidung nicht direkt eingebunden sind“, teilte Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) in einer Aussendung mit. Er fordere zumindest eine europäische UVP-Pflicht (Umweltverträglichkeitsprüfung) auch bei Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken, so Pernkopf weiter.

Die Organisation „Atomstopp Oberösterreich“ kritisierte, die tschechische Atomaufsichtsbehörde habe ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und ohne Umweltverträglichkeitsprüfung grünes Licht für den Weiterbetrieb des zweiten Blocks im Atomkraftwerk Dukovany gegeben. „Dukovany II hatte bereits im Vorjahr seine geplante Leistungsdauer von 30 Jahren überschritten, mit einer vorerst zeitlich begrenzten Genehmigung wurde der Betrieb provisorisch aufrecht erhalten“, erklärten die Sprecher Gabriele Schweiger und Roland Egger.




Kommentieren