Letztes Update am Do, 06.07.2017 12:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Islam-Kindergärten: Grüne kritisieren Kurz



Wien (APA) - Die Grünen üben heftige Kritik an Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) und der Bearbeitung der Kindergartenstudie durch Beamte seines Ministeriums. Das Thema Bildungschancen und Zugehörigkeit von Kindern dürfe nicht für Stimmungsmache missbraucht werden, so Integrationssprecherin Alev Korun in einer Pressekonferenz. Sie fordert politische Konsequenzen.

Korun spricht von einer „massiven Überarbeitung der Kindergartenstudie von weisungsgebundenen Beamten von Integrationsminister Kurz.“ Die Vorgehensweise des Integrationsministeriums habe eine „sachorientierte, faktenbasierte Politik unmöglich gemacht.“ Die inhaltlichen Abänderungen der Studie hätten das ohnehin sensible Thema der islamischen Kindergärten „massiv geschädigt“ und eine kritische Diskussion „massiv erschwert.“ Den Schaden davon trage die ganze Gesellschaft, kritisiert Korun.

Nun müsse herausgefunden werden, ob Kurz von der inhaltlichen Bearbeitung der Studie gewusst habe. Korun fordert den Minister dazu auf, ein Disziplinarverfahren einzuleiten, falls Beamte seines Ressorts ohne sein Wissen eine mit Steuergeldern geförderte Studie inhaltlich abgeändert hätten. Das sei jedoch äußerst unrealistisch. Habe Kurz davon gewusst, stehe nun der Verdacht auf Manipulation von wissenschaftlichen Studien im Raum.

Korun wird heute eine parlamentarische Anfrage einbringen. Sie fordert eine „seriösen und kritische Diskussion über die Vorgänge im Ministerium sowie über die Qualitätssicherung von Kindergärten.“ Sie verlangt einheitliche, bundesweite Qualitätsstandards für alle Kindergärten. Auch hier übt sie Kritik an Kurz. Es sei wichtig Mängel aufzuzeigen, jedoch beute Kurz Probleme aus, die es nur gebe, weil die Regierung ihr Versprechen eines bundesweiten Qualitätsrahmen nicht erfülle.

Weitere Forderungen der Integrationssprecherin sind Qualitätsstandards bezüglich der Erziehung von Kindern zur Meinungsfreiheit, Demokratie und Respekt sowie mehrsprachige Kindergartenpädagogen und Kontrolleure und gleiche Regelungen für Kindergruppen und Kindergärten. Förderkriterien müssten so ausgerichtet werden, dass keine „monokulturellen Inseln“ in Kindergärten entstünden und das Durchmischen von Kindern gefördert werde.




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