Letztes Update am Do, 06.07.2017 14:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NÖ Landwirtschaftskammer entwickelt Wolf-Management



St. Pölten (APA) - In der - bestätigten - Ansiedlung des Wolfs in Niederösterreich sieht die Landwirtschaftskammer Herausforderungen für Mensch, Tier und Natur. Eine Arbeitsgemeinschaft soll daher Informationen sammeln und Strategien im Umgang mit dem unter Schutz stehenden Raubtier entwickeln. Jäger, Land- und Forstwirte sowie der WWF werden Expertisen einbringen.

„Der Wolf beeinflusst sein Umfeld. Er ist ein verändernder Faktor für unsere Kulturlandschaft“, sah Kammerrat Daniel Heindl in einer Aussendung am Donnerstag Auswirkungen auf die Landnutzung und Wirtschaftsweise. Neben Natur- und Artenschutz müssten auch Faktoren wie Sicherheit für Mensch und Tier in die Betrachtungen einfließen. In dem Strategieprozess seien Punkte wie die Unterstützung für betroffene Landwirte beim Thema Herdenschutz, Finanzierung von Elektrozäunen und die Ausbildung von Hirten ebenso zu behandeln wie Schadensabgeltungen und klare gesetzliche Rahmenbedingungen bzw. bundesländerübergreifende gesetzliche Grundlagen.

Die Landwirtschaftskammer (LK) trete für einen Diskussionsprozess auf nationaler und europäischer Ebene ein. „Die Haltung von Vieh auf der Weide muss in allen Regionen weiterhin wirtschaftlich und ohne Gefährdung der persönlichen Sicherheit möglich sein“, wurde festgehalten. Schutzmaßnahmen durch Zäune oder Herdenschutzhunde seien teuer und selten möglich. Die LK NÖ fordere daher ein praktikables Wolfsmanagement, die Unterstützung der betroffenen Grundeigentümer bei Herdenschutzmaßnahmen und Wolfsrissen und erforderlichenfalls entsprechende Maßnahmen zur Bestandsregulierung. Letzteres unterstrich auch der Landesjagdverband, der ein „faires“ Entschädigungsmodell für Land- und Weidewirte für durch Wölfe, Bären oder Luchse verursachte Schäden fordert.

Der WWF setzt sich laut der Aussendung für einen breiten, konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten ein und betonte die Bedeutung von Informations- und Aufklärungsarbeit. Nur so könnten Lösungen für ein konfliktarmes Zusammenleben gefunden werden.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.




Kommentieren