Letztes Update am Do, 06.07.2017 14:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zecken, Wespen, Giftschlangen - Erste Hilfe bei Stichen und Bissen



Wien (APA) - An lauen Sommerabenden genießen viele Menschen die Abende im Freien. Doch in der angenehmen Wärme sind auch Tiere aktiv, die dem Menschen lästig sind oder sogar gefährlich werden können. Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber gab Tipps zur Ersten Hilfe bei Insektenstichen und Schlangenbissen.

„Ein Insektenstich ist meist kein Problem“, so Schreiber. „Oft rötet sich dann die Haut und schwillt an. Wenn der Stachel zu sehen ist, vorsichtig mit der Pinzette rausziehen.“ Danach solle die betroffene Körperstelle mit kalten Umschlägen gekühlt werden, damit die Schwellung schneller abklingt. Wird man jedoch am oder sogar im Mund gestochen, kann es zu Atemproblemen kommen. Das Lutschen von Eis sei dann oft eine gute Maßnahme um zu verhindern, dass die Atemwege zuschwellen. Der Patient soll dabei aufrecht hingesetzt und beruhigt werden.

Problematischer werde es, wenn Bienen oder Wespen zustechen und der Betroffene allergisch reagiert. Starkes Unwohlsein, Fieber oder Erbrechen seien hierfür erste Anzeichen, erläuterte Schreiber. „Im schlimmsten Fall kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen, der die Atmung und das gesamte Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt und lebensbedrohlich ist“, warnte der Mediziner. In diesem Fall müsse rasch der Notruf 144 gewählt werden. Ersthelfer sollen Allergikern helfen, ihre Notfallmedikamente einzunehmen.

Wenn eine Zecke zubeißt und nicht mehr loslässt, müsse sie schnell raus, denn die Krabbler können die Viruserkrankung FSME und Borreliose übertragen, sagte Schreiber. „Am besten ist es, die Zecke vorsichtig mit einer Pinzette zu entfernen und dabei darauf zu achten, dass auch der Kopf samt Beißwerkzeugen entfernt wird.“ Bildet sich in Folge ein roter Kreis um die Bissstelle, könne das ein Symptom für Borreliose sein. Mit Antibiotika sei die Erkrankung gut heilbar.

Auch nach dem Biss einer Giftschlange - in Österreich sind die Kreuzotter und Sandviper heimisch - können Vergiftungserscheinungen auftreten. Diese sind im Allgemeinen aber nicht lebensbedrohlich. Wie bei Insektenstichen gelte es, durch Kühlung die Schwellung zu stoppen. Keinesfalls solle die Wunde aber ausgesaugt oder abgebunden werden, so Schreiber.




Kommentieren