Letztes Update am Do, 06.07.2017 18:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt schwächer, SMI verliert 0,75 Prozent



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag erneut nachgegeben und am dritten Tag mit Verlusten in Folge die Abwärtsbewegung noch etwas beschleunigt. Der Swiss Market Index (SMI) verlor schließlich 0,75 Prozent auf 8.886,95 Punkte.

Nach einem knapp gehaltenen Start ging es bis am frühen Nachmittag unter der Führung der schwachen Pharma-Schwergewichte stetig nach unten, ehe in den letzten Handelsstunden eine Stabilisierung einsetzte. Belastet war die Stimmung insbesondere von den sich verdichtenden Anzeichen auf eine baldige Straffung der geldpolitischen Zügel in Europa sowie von den Sorgen im Zusammenhang mit dem Konflikt in Nordkorea. Zudem kamen aus den USA mit dem ADP-Arbeitsmarktbericht negative Indizien für den am Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht.

Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fiel um 0,74 Prozent auf 1.410,17 Punkte zurück und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,79 Prozent auf 10.099,68 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln beendeten die Sitzung bis auf sechs alle im Minus.

Stark belastet wurde der Gesamtmarkt insbesondere von den Pharma-Schwergewichten. Novartis gaben 1,6 Prozent nach, eine von der EU gewährte Zulassungserweiterung für das Mittel Cosentyx änderte daran nichts. Den Genussscheinen von Roche (-1,1 Prozent) machten neben der allgemeinen Konsolidierungswelle eine Rating-Abstufung der UBS auf „Neutral“ von zuvor „Buy“ zu schaffen. Der zuständige Analyst rechnet in der Onkologie, dem lukrativsten Geschäft des Pharmakonzerns, mit einer stärker werdenden Konkurrenz.

Nestlé verzeichneten zum Schluss ein moderates Minus von 0,2 Prozent, nachdem der Titel über weite Strecken des Handels deutlicher in der roten Zone gelegen hatte. Seit dem Hoch von Anfang der Vorwoche geht es damit weiter nach unten, nun bereits wieder den dritten Tag in Folge.

Am meisten unter Druck standen indes die ebenfalls im Nahrungsmittelbereich angesiedelten Aryzta (-3,4 Prozent) und auch Lindt & Sprüngli (-1,9 Prozent) gehörten zur Schlussgruppe. Die Namensaktien von Lindt & Sprüngli haben seit Erreichen des Jahreshochs Anfang Juni stark an Wert eingebüßt.

Weitere klare Verlierer waren Richemont (-2,1 Prozent), Givaudan oder Lonza (je -1,9 Prozent). Lonza gab am Morgen den Abschluss der 5,5 Milliarden US-Dollar teuren Übernahme der amerikanischen Capsugel bekannt.

ABB fielen mit einem Minus von 0,4 Prozent nicht groß auf. Der Industriekonzern hat ebenfalls den Abschluss einer Übernahme bekanntgegeben, nämlich der österreichischen Bernecker + Rainer.

Auf der Gegenseite hielten sich mit Swiss Re (+1,0 Prozent), Swiss Life (+0,3 Prozent), Credit Suisse (+0,4 Prozent) sowie Bâloise und Zurich (je +0,1 Prozent) fünf Finanzwerte im Plus, gefolgt von den unveränderten UBS. Der Versicherungskonzern Zurich ist auf der Suche nach einem Nachfolger für Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan fündig geworden. Der Generalversammlung vom kommenden Jahr wird die Zuwahl des früheren Swiss-Re-Chefs Michel Liès vorgeschlagen. Dieser verfüge über einen guten Erfolgsausweis und sei eine gute Wahl, meinten Analysten.

Im breiten Markt stand das gelungene Börsendebut der Versandapotheke Zur Rose im Fokus. Zur Rose hatte den Angebotspreis für die Aktie mit 140 Franken bereits am obersten Ende der Bandbreite festgesetzt und starteten im freien Handel an der Börse mit einem Eröffnungskurs von 151 Franken entsprechend einer Marktkapitalisierung von gut 900 Millionen Franken. Mit der Schlussauktion wurde das Tageshoch von 159,90 CHF erreicht.

Kudelski (+0,9 Prozent) wurden von Unternehmensnews etwas gestützt. Das Tech-Unternehmen hat mit dem US-Kommunikationskonzern AT&T eine Patentvereinbarung erzielt und mit dem chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE eine Vertriebspartnerschaft vereinbart.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA518 2017-07-06/18:23




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